Dem Paradies auf der Spur: Überraschender Luxus im Guarda Val

Dem Paradies auf der Spur: Überraschender Luxus im Guarda Val

Dem Paradies auf der Spur: Überraschender Luxus im Guarda Val
Copyright: Guarda Val

Die 300 Jahre alten Almhäuser im Schweizer Maiensäss-Hotel offenbaren Luxus in seiner ursprünglichsten Form. Ein Hideaway für alle, die täglich neu überrascht werden wollen.

Eigentlich wollte ich Sie auf eine Rundreise durch die Schweiz mitnehmen, mich dabei auf verschiedene Hotels fokussieren und dann wie gewohnt für Sie recherchieren. So weit zum Plan. Doch dann kam alles anders.

Während ich durch die Gipfelumzingelte Lenzerheide in Graubünden fahre, spüre ich es bereits. Mich erwartet etwas Neues, etwas Faszinierendes. Als ich den Motor meines Wagens ausschalte, schaltet sich auch die Hektik des Alltags ab. Mit jedem Schritt in Richtung des Hotels, das wie ein Minidorf aufgestellt ist, breitet sich eine tiefe Verbundenheit in mir aus. Eine Verbundenheit zu diesem Ort, zur Natur, zu meinem eigentlichen Sein. Die Zeit bleibt stehen, als ich mich über knarzende Dielenbretter zur Rezeption begebe. Bin ich hier wirklich richtig? Meine innere Stimme meldet sich klar und deutlich wie ein Navigationsgerät: “Sie haben Ihr Ziel erreicht”. Äußerlich strahlt mich die Dame von der Rezeption an und begrüßt mich mit einem herzlichen “Willkommen Herr Rath, wir freuen uns über Ihren Besuch”. So klingt der Eintritt zum Paradies.

Dieses Hotel übertrifft alles, was ich an Romantik, eidgenössich – bodenständiger Gastronomie und Ur-Schweizertum in den letzten Jahren erlebt habe. Daher nehme ich Sie nun mit auf meine Reise in dieses Kleinod.

300 Jahre Tradition verschmelzen mit Komfort der Neuzeit

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Dieses Hotel ist kein Hotel im klassischen Sinne. Mehr ein Refugium, dass mit allen Sinnen erlebt werden möchte. Ein Ort, in dem Zeit keine Rolle spielt. Das beginnt bei der Aufteilung der Unterkünfte und zieht sich durch die gesamte Unternehmensphilosophie. Guarda Val ist ein Maiensäss-Hotel, was auf eine sehr ursprüngliche Sonderform der Alm in Graubünden hinweist. Die insgesamt 11 Hütten warten mit ihren sonnengegerbten Holzfassenden einladend auf 1.600 Metern auf ihre Gäste. Die gleichnamige Maiensäss-Stuben übersetzt das Leben von vor 300 Jahren mit verwinkelten Räumen und gemütlicher Ausstattung behutsam in die Neuzeit. Ich gönne mir eine Stailetta, ein großzügiges, zweigeschossiges Häuschen für mich allein.

Normalerweise begrüßen mich in mir bekannten Hotelzimmern ausgewählte Süßigkeiten des Hauses, eine persönlich vom General Manager verfasste Willkommenskarte und/oder eine Flasche Champagner. Hier ist alles anders. Ich betrete mein liebevoll eingerichtetes Zimmer. Das frische Grün der Polstermöbel spiegelt das Grün der Sommerwiese vor meiner Haustür wieder. Alles riecht nach Holz und Wald. Die Grenzen zwischen der Natur und meiner Unterkunft verschwimmen. Ich fühle mich wie in einer charmant-urigen Berghütte, nur dass ich deutlich mehr Platz und auch Komfort genieße. Auf dem Tisch, auf dem ich den Willkommensgruß vermute, liegt eine Holzkiste mit Moos. Ja, richtig gelesen. Grünes, noch etwas feuchtes Moos von draussen. Daneben eine Lupe und ein Begleitschreiben, dass mich aufklärt. Der Hotelmanager lädt mich dazu ein, mich in die Details des Mooses zu vertiefen. Eine interessante Idee, die mich zum Schmunzeln bringt. Erinnert sie mich doch etwas an einen Pfadfinderausflug. Neugierig wie ich bin, nehme ich die Lupe in die Hand und komme der Aufforderung nach. Es duftet nach Freiheit, Wald und Wiese. Als hätten sie die umliegende Natur in einer kleinen Schale für mich zusammengetragen. Unter der Lupe offenbart sich ein kleines grünes Universum. Spätestens bei diesem überraschenden Anblick vergesse ich meine To-Do-Liste. Nach meiner Entdeckungsreise, die übrigens wie ein Zen-Garten zum Harken sehr meditativ wirkt, erkunde ich meine Unterkunft. Eine überdimensionierte, freistehende Badewanne und ein Kamin sind definitiv meine Highlights. Dieses ausschweifende Badevergnügen hätte ich nicht erwartet. Ich kann sogar aus der Wanne durch ein rundes Fenster in der Decke direkt in den Himmel schauen und nach den Sternen greifen. Die denkmalgeschützten Gemäuer sind optimal weiterentwickelt.

Ein weiterer Fund rundet meinen positiven ersten Eindruck ab, im wahrsten Sinne des Wortes: Ein alter Plattenspieler und ebenso alte Vinyl-Schallplatten. Von Elvis Presley bis Queens liegen ich einige Klassiker bereit zum Anhören. Das hat Stil, bleibt im Gedächtnis und fügt sich in den Charme des übrigen Hotelambientes ein.

Geschmackvolles Miteinander - Zwei Restaurants und das gesellige “Danach”

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Die Schweizer Küche ist deftig und würzig. Die zart schmelzende Schweizer Schokolade genießt einen internationalen Ruf, ebenso wie das Käsefondue. Natürlich lasse ich mir diese Delikatessen auch im Guarda Val schmecken. Bereits mein Start in den Tag könnte nicht köstlicher sein – das Frühstücksbuffet ist umwerfend. Mit jedem Bissen komme ich der Schweiz noch näher, wenn das überhaupt noch mitten in den Schweizer Bergen möglich ist. Ich empfehle allen Frühstücksanbietern der deutschen Kettenhotellerie einen Aufenthalt im Guarda Val! Und natürlich Ihnen, meinen lieben Lesern.

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Das Abendessen ist nach einem ausgiebigen (Sport)-Tag an der frischen Luft sensationell. Noch bevor Übernachtungen im Guarda Val angeboten wurden, verwöhnte bereits das Gourmetrestaurant seine Gäste. Bis heute werden regionale Produkte zubereitet. Das Restaurant Guarda Val ist preisgekrönt: 1 Michelin Stern und 16 Gault Millau Punkte sprechen für sich. Ich habe Lust auf traditionelle Gerichte und entscheide mich für das zweite Restaurant, das Crap Naros. Auch wenn es Jahreszeitenuntypisch ist, wähle ich ein Schweizer Käse Fondue. Dieses katapultiert mich direkt und ohne Umwege in den Schweizer Käsehimmel. Das klassische Betthupferl in Form einer Schokoladenpraline auf dem Kissen müsste ich wohl ablehnen. Zum Glück gibt es gar keines. Dafür bekomme ich nach meinem üppigen Abendmahl einen Rucksack samt Karte in die Hand gedrückt. Etwas Bewegung ist nun genau das Richtige. Nach einem genussvollen Abend geht es nochmal raus. Ambitionierte Wanderer würden vermutlich ihre Stirnlampe aufsetzen und eine ausgedehnte Abendwanderung unternehmen. Ich vertrete mir die Beine und sinke schließlich auf eine gemütliche Holz-Liege und genieße den Sternenhimmel über mir.

Zurück nach einer Verschnaufpause lasse ich den Abend auf der hauseigenen Terrasse am Lagerfeuer mit den anderen Gästen ausklingen. Auf dem Feuerring grillen einige Marshmallows. Ich genieße das lodernde Feuer und beobachte mit dem hoteleigenen Teleskop die Sternschnuppen. Was ich mir gewünscht habe? Das darf ich Ihnen leider nicht verraten, sonst geht es nicht in Erfüllung.

Hotel-Vision: Vom “Cocooning” zum “Limitless”

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Auch wenn für mich die Zeit scheinbar stehen bleibt, so verfolgen die Gastgeber Philip Arnold und Bettina Arpagaus eine klare Strategie. Die urigen Zimmer sind absolut auf ein gemütliches Cocooning ausgerichtet. Besonders im Winter, wenn die Landschaft im Schneetreiben versinkt, ziehen sich die Gäste sicher in ihre heiße Badewanne oder noch besser, in die Sauna in der separaten Blockhütte zurück.

Dieser Rückzug wird durch die darüber hinausgehende Philosophie des “Limitless” aufgebrochen. Guarda Val schafft Raum. Denn nur, wo Raum ist, kann Neues entstehen. So bietet das Hotel zahlreiche Möglichkeiten im Kleinen und Großen,

eine längst vergessene Spontanität wieder zu entdecken, authentische Momente zu erleben und die Faszination der kleinen Wunder zu zelebrieren. Einfach wieder Kind werden. Die magische Holzbox auf jedem Zimmer ist ein zentrales Hilfsmittel dafür. Täglich überraschen neue Ideen. Was Sie außer der benannten Moos-Box noch vorfinden, nun dass müssen Sie schon selbst erkunden. Ziel jeder Überraschung ist es, Ihren Fokus neu zu justieren. Denn das beste Fernglas bringt nichts, wenn Sie den Steinbock nicht scharf sehen können. Sie werden in Guarda Val dazu aufgefordert, längst verloren gegangene Details neu zu entdecken. Der Plattenspieler, Sie erinnern sich, untermalt das Konzept mit hervorragenden Klängen. Sollten Sie an diesem Ort einen Ihnen bislang verborgenen Faible für Sternenbeobachtungen, Kochen am offenen Feuer oder die umliegende Botanik entdecken, so helfen Ihnen vorbereitete Themenkarten und Erlebnispakete, tiefer einzutauchen. Alles kann, nichts muss.

Seit über sechs Jahren arbeitet Philip Arnold in diesem Haus, seit letztem Jahr leitet er es mit Erfolg. Wenn die eigenen Landsleute dieses Juwel in der Provinz anerkennen, dann kommt das einem Ritterschlag gleich. 85 Prozent der Gäste kommen aus der Schweiz. Wer nun glaubt, Guarda Val sei rein auf Individualtourismus ausgerichtet, der wird auch an dieser Stelle überrascht. Namhafte internationale Unternehmen buchen den wohl schönsten Seminarraum der Schweiz. Denkanstöße inklusive.

Fazit: Ein außergewöhnlicher Ort für eine Auszeit, die im Gedächtnis bleibt.

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Die Schweizer Berge faszinieren, ebenso wie die lange Tradition, die vielerorts in den Tälern schlummert. Philip Arnold beweist mit seiner fast schon philosophischen Ader, dass ein Hotel so viel mehr kann, als nur ein Aufenthaltsort zum Übernachten zu sein. Guarda Val ist mystisch. Ein Ruhepol in wunderschöner Natur und ein Ort, an dem die Gäste gemeinsam um ein Feuer sitzen und Anekdoten teilen, obwohl sie sich vorher noch nie gesehen haben. Wenn der Gast ein Teil der Unternehmensphilosophie wird, dann sind Sie vermutlich auch im Tal der Träume und des diskreten Luxus angekommen. Im Guarda Val. Ein wahrhaft luxuriöser Nachbar der “Die 101 besten Hotels Deutschlands” (www.die-101-besten.com).


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