Travel Grand https://www.travelgrand.ch Tue, 17 Jan 2023 15:36:40 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.0.2 https://www.travelgrand.ch/wp-content/uploads/cropped-favicon-32x32.png Travel Grand https://www.travelgrand.ch 32 32 Aufwendig restaurierter Belle-Époque-Palast mit Entwicklungspotenzial https://www.travelgrand.ch/blog/8959-luzern/ Tue, 17 Jan 2023 15:24:25 +0000 https://www.travelgrand.ch/?p=8959

Das Mandarin Oriental Palace Luzern wurde erst im September 2022 eröffnet – und hat bei der Leistung noch Luft nach oben. Wie auch das oberhalb gelegene Montana.

Belle-Époque-Palast - In die Renovierung investierte der chinesische Milliardär Yunfeng Gao mehr als 100 Millionen Franken. (Foto: Mandarin Oriental Group)

Ich bin in der Zentralschweiz und der wohl schönsten Stadt des Alpenlandes: in Luzern. Mein Hotel ist das neue Mandarin Oriental Palace. Erst Ende September 2022 hat es direkt an der historischen Seepromenade eröffnet. Das Mandarin ist in einer fünfjährigen Renovierungsphase im Gebäude des alten, 1906 erbauten Hotel Palace entstanden. Mehr als 100 Millionen Franken hat der chinesische Investor und Milliardär Yunfeng Gao in das neue Grandhotel investiert.

Das Mandarin liegt nur einen Steinwurf von der Luzerner Altstadt entfernt, direkt an der stark befahrenen Durchgangsstraße. Parkplätze: null. Kaum bleibt man stehen, kommt die Polizei. Ohne das Valet Parking wäre man verloren. Mein Auto wird in eine Parkgarage gebracht und steht reibungslos bei der Abreise bereit.

Die Kosten sind allerdings erheblich und darüber informiert wurde ich auch nicht. Ich sprach das an, fairerweise wurde es daraufhin von meiner Rechnung genommen. Schon bei der Reservierung sollte man auf die Verkehrssituation und die Kosten des Parkservices hinweisen.

Ich betrete das majestätische Gebäude und bin schon in der Lobby beeindruckt: edler Marmor und stilvolle Möbel. General Manager Christian Wildhaber ist in Montreux aufgewachsen, er begrüßt mich herzlich. Wir haben beide vor langer Zeit im Kempinski Beijing gearbeitet. Zu unterschiedlichen Zeiten, aber in der gleichen Position: Wir waren damals für die Gastronomie verantwortlich.

Ich bin beeindruckt von dem, was er mir zeigt. Mit großer Akribie wurden die denkmalgeschützten Teile, die Decken, Wände und Böden im Erdgeschoss und im Treppenhaus in den ursprünglichen Zustand zurückgeführt. Mir gefällt die gelungene Symbiose aus moderner Eleganz und dem historischem Charme des Gebäudes.

Denkmalgeschützte Teile - Decken, Wände und Böden im Erdgeschoss und im Treppenhaus wurden in den ursprünglichen Zustand zurückgeführt. (Foto: Mandarin Oriental Group)

Im Treppenhaus sind die historischen Stuckmarmorsäulen restauriert worden. Ich erfahre, dass allein an jeder der Säulen eine Person einen ganzen Monat lang gearbeitet hat. In den Gängen zu meinem Zimmer nehmen die zeitgenössischen Bilder an den Wänden bewusst Themen der Region auf. Auch die Kunst ist im Palace Luzern mit spürbarer Hingabe ausgewählt.

In meinem Zimmer dominieren zahlreiche warme Grüntöne das Design. Mir gefallen die hochwertigen Möbel in satten Walnusstönen. Im Boden fällt das edle Holzmosaik auf. Und für mich wichtig: Ich schlafe sehr gut unter Bettdecken höchster Qualität. Sie sind mit isländischen Eiderdaunen gefüllt.

Panoramablick - Terrasse im Luzerner Mandarin Oriental Palace. (Foto: Mandarin Oriental Group)

Das Hotel hat 136 Zimmer, darunter sind 48 der größten Suiten in Luzern. Christian Wildhaber berichtet mir, dass es ihm wichtig ist, dass das neue Luzerner Hotel auch ein Treffpunkt für die lokale Bevölkerung wird. Und er will möglichst bald mit der Küche punkten – Michelin-Sterne sind geplant. Gleich vier Restaurants sollen in Kürze um die Gunst der Gäste konkurrieren.

Ich hätte mich allerdings schon über zwei gastronomische Alternativen gefreut. Denn während meines Aufenthaltes war leider nur die „MOzern Bar & Brasserie“ geöffnet. Das ist zu wenig. Hier werden Frühstück, Lunch und traditioneller britischer Afternoon Tea serviert – der wohl beste jenseits des Peninsula Hotels in Hongkong. Abends gibt es dann Dinner, danach wird der große Saal zur Bar.

Nur sechs Sitzplätze - Das „Minamo“ bietet ab April japanische Omakase-Küche. (Foto: Mandarin Oriental Group)

Im Laufe des Jahres sollen unter Leitung des israelischen Sternekochs Gilad Peled, ein Schüler von Gordon Ramsay, das mediterrane „Quai 10“ auf der Seeterrasse, das „Colonnade“ mit saisonaler französischer und ab April das „Minamo“ mit japanischer Omakase-Küche – und nur sechs (!) Sitzplätzen – dazukommen.

Am nächsten Morgen fällt mir beim Frühstück die nicht abgebaute Bar auf. Ich denke, es geht nicht nur mir so: Beim Frühstück will ich nicht an Alkohol denken. Und auch keinen sehen.

Leider kommt auch der Service nicht hinterher. Ich bestelle beim selben Kellner wie am Tag zuvor Tee – „den gleichen wie gestern“. Er schaut mich entgeistert an. Das Frühstücksbuffet ist in seiner Auswahl enttäuschend. Keinerlei frische Beeren. Dazu für Schweizer Verhältnisse eine minimalistische Käseauswahl: Luzerner Bergkäse, ein Brie und ein Petite Chevrette.

Das Mandarin Oriental ist spürbar noch in der Einführungsphase. Aber General Manager Wildhaber ist ein erfahrener Hotelprofi, und ich bin sicher: Er wird sein Team weiter motivieren und bald zu Höchstleistungen bringen.

Frühstück, Lunch und Dinner in einem - Lediglich die MOzern Bar & Brasserie war geöffnet. Im Laufe des Jahres soll es weitere gastronomische Angebote geben. (Foto: Mandarin Oriental Group)

Später entdecke ich den Ballsaal Edelweiss. Der hat Platz für bis zu 230 Personen und eine vorgelagerte Seeterrasse. Die perfekte Kulisse für eine romantische Hochzeit. Bemerkenswert auch der Salon Alpine: ein historisches Kleinod mit original Belle-Époque-Dekor.

Oberhalb des Mandarin: Hotel Montana

Ich erkunde noch ein zweites Hotel in Luzern: das Montana im Art-déco-Stil direkt oberhalb des Mandarin am Hang. Mit dem Bau des Montana wurde auch eine elektrische Standseilbahn gebaut – die kürzeste der Welt. Diese bringt mich in 60 Sekunden von der Seepromenade direkt in die Hotellobby. Ein lohnenswertes Erlebnis.

Hoch über Luzern - Positiv am Montana: Der Art-déco-Stil wurde konsequent durchgezogen. (Foto: Hotel Montana)

Das Positive: Exzellente Lage mit einer brillanten Aussicht. Und der Art-déco-Stil ist konsequent durchgezogen. Vom Empfang bin ich enttäuscht: Die junge Dame an der Rezeption schaut statt zu mir ständig auf ihren Computer und nuschelt „herzlich willkommen“. Erst nachdem an der Rezeption alles formell langwierig abgearbeitet wurde, kann ich endlich auf mein Zimmer.

In den Fluren fallen mir an verschiedenen Stellen auffällige Nachlässigkeiten und Schmutz auf. Sinnlos dann in meiner doppelstöckigen Spa-Suite: zwei Duschen, eine oben, eine unten – beide witzig. Auf der Terrasse ein Whirlpool, allerdings trotz tollen Wetters zugedeckt. Und: keine Kerzen, kein Wein. Gar nichts. Vor allen Dingen keine Liebe zum Detail. Gute Ideen: verschiedene Raumdüfte und ein eigenes Terminal für diverse Lichtstimmungen. Ich habe das Gefühl, das Vier-Sterne-Hotel Montana ist vor allem eine Partylocation. Es ist teilweise etwas schmuddelig, Teppiche zum Beispiel sind nicht oder nachlässig gesaugt.

2014 eröffnet, ist der Beach Club im Montana seit Jahren die beliebteste Rooftop-Bar der Schweiz. Im Sommer gibt es Beach-Feeling mit Outdoor-Whirlpool und Regenwalddusche. Dazu Sand und Palmen, alles in Weiß gehalten.

Mein Resümee als Momentaufnahme: Das Art Deco Hotel Montana ist derzeit kein wirklich gut geführtes Hotel.

Blick auf den See - Der Beach Club im Montana ist seit Jahren die beliebteste Rooftop-Bar der Schweiz. (Foto: Hotel Montana)

Zurück wieder im Mandarin Oriental stehe ich auf meiner Zimmerterrasse und schaue verzaubert auf den See: Er ist gut 12.000 Jahre alt, entstand in der letzten Eiszeit beim Rückzug der Gletscher. An seinen Ufern wurde einst die Schweiz gegründet. Ich denke an Leo Tolstoi, der bei seiner ersten Begegnung mit dem Vierwaldstätter See „geblendet und erschüttert“ war: von der „Schönheit des Wassers, der Berge und des Himmels“. Recht hat er: Auch mehr als 100 Jahre später hat dieses Fleckchen Erde nichts von seiner Magie eingebüßt. Sie merken schon, der Vierwaldstättersee hat es mir angetan. Ich bin auf der anderen Seite des Sees zu Hause, dort wohne ich.

Plus: Spektakuläre Aussicht. Perfekte, aufwendige Restauration der historischen Bausubstanz.

Minus: Kein Schwimmbad, weder innen noch außen am See. Extrem befahrene Straße zur Stadtseite direkt vor dem Hotel. Von vier Hotelrestaurants ist nur eins geöffnet.

Raths Reise-Rating (aktuelle Wertung gefettet):

1. Ausdrückliche Reisewarnung
2. Besser als unter der Brücke
3. So lala, nicht oh, là, là
4. Meckern auf hohem Niveau
5. Wenn’s nur immer so wäre
6. Ganz großes Kino

Insidertipps:

Jogging: Meine Lieblingslaufstrecke führt direkt vom Mandarin Oriental an der Seepromenade entlang, entweder Richtung Weggis oder Luzern-Altstadt.

Ausflug: Seit 1901 tuckert die „Uri“, der älteste aktive Schaufelraddampfer der Schweiz, auf dem Vierwaldstätter See. Erste Klasse buchen und im Neobarock-Salon den einmaligen Blick genießen.

Architektur: Das Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL), die Heimat des weltbekannten Lucerne Festivals, ist einem Schiffsrumpf nachempfunden und liegt direkt am See. Das architektonische Meisterwerk von Jean Nouvel mit weltweit anerkannter perfekter Konzertakustik lohnt auch wegen des Restaurants „Lucide“ (grandiose Sommer-Terrasse!).

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Die Grande Dame der Münchener Hotellerie hat einige Falten https://www.travelgrand.ch/blog/8931-bayerischer-hof/ Tue, 10 Jan 2023 14:03:26 +0000 https://www.travelgrand.ch/?p=8931

Der Bayerische Hof gilt seit Jahrzehnten als Spitzenadresse in Bayern, schneidet jedoch im Ranking der 101 besten Hotels nur mittelmäßig ab. Warum ist das so?

Im Herzen von München - Der Bayerische Hof ist seit fünf Generationen in Familienbesitz – aber aktuell nicht mehr in der Spitzengruppe der deutschen Hotels vertreten. (Foto: Benjamin Monn)

Normalerweise sind die Profitester des Rankings der 101 besten Hotels Deutschlands kritischer als die Gäste der jeweiligen Häuser – das ist seit Jahren so. Nur beim Bayerischen Hof in München sind die Gäste selbst die größten Kritiker. Bei ihnen hat es das Haus in der aktuellen Rangliste nur ganz knapp unter die ersten 200 geschafft.

Noch einmal zum Verständnis: Das Ranking, vom Institut für Service Excellence in Partnerschaft mit dem Handelsblatt alljährlich kommuniziert, basiert auf drei Säulen: Säule eins bilden die Gästefeedbacks, konsolidiert aus offenen und geschlossenen User-Kreisen unter anderem der Portale von Booking und Tripadvisor. Säule zwei setzt auf internationale Rankings wie die von Forbes, Bilanz und Hornstein, worin wiederum die führenden Gastrokritiken konsolidiert werden. Säule drei besteht aus den persönlichen Erfahrungen der 101-Profitester. Alle drei Säulen sind mit je 33,3 Prozent gleich gewichtet.

Die im Vergleich zu den besten Häusern erheblich schlechteren Gästefeedbacks zum Bayerischen Hof ziehen das Gesamtergebnis runter, das durch ein arithmetisches Mittel der beiden Professoren Annegret Wittmann-Wurzer und Peter Thuy von der Internationalen Hochschule (IU) in München möglichst objektiv die Feedbacks aus den unterschiedlichen Kanälen widerspiegelt.

Ich habe mich also selbst auf den Weg in den Bayerischen Hof gemacht und will wissen, wie es sich erklärt, dass das Haus nicht auf den Spitzenplätzen zu finden ist, wo es sich selbst sieht.

So erhielt ich kürzlich eine E-Mail, in der mir der PR-Chef schrieb, dass Geschäftsführerin Innegrit Volkhardt „traurig, enttäuscht und verärgert“ sei, wann immer sie sich mit ihrem Ergebnis im 101-Hotels-Ranking beschäftigen würde.

Bayrischer Hof in München in fünfter Generation in Familienbesitz

Ich parke um die Ecke und gehe zu Fuß zum Promenadeplatz, da ich möglichst unbemerkt einchecken will. Hier steht seit 1841 das Traditionshotel; es ist seit fünf Generationen im Familienbesitz.

Vor der Tür bin ich erstaunt: Kein Doorman begrüßt die Gäste. Für ein Grandhotel der „Leading Hotels of the World“ ist das zu wenig. Persönlich getrübt wird meine Recherche, als ich beim Check-in von einem Mitarbeiter, der mich vor einigen Jahren bei einem Vortrag erlebt hat, erkannt werde und er dies natürlich überall im Haus kommuniziert.

Ändern wird dies nichts an meiner Bewertung. Ich erinnere mich an einen Dialog mit meinem guten Freund, dem Dreisternekoch Thomas Bühner. Den fragte ich mal, wie er reagiert in der Küche, wenn der Michelin-Tester erkannt wird. „Ich kann doch nichts mehr ändern“, sagte Bühner, „der Wagen steht in der Garage. Der Motor ist der Motor. Der Lack ist der Lack. Die Reifen sind die Reifen. Ich kann vielleicht noch mal über die Scheiben wischen, aber am Ende wird es das Ergebnis nicht verändern.“

Am Empfang - Der Tester blieb nicht unerkannt, wurde aber kurioserweise nirgendwo im Hotel mit seinem Namen angesprochen. (Foto: Benjamin Monn)

Gleichwohl spricht mich fortan außer dem besorgten und herzlichen Concierge kurioserweise niemand im Hotel mit Namen an. Stattdessen werde ich immer wieder penetrant nach meiner Zimmernummer gefragt.

Vorab hatte ich, um unerkannt zu bleiben, einen Freund gebeten, im Hotel anzurufen und einen Tisch für das Abendessen zu reservieren. Eine freundliche Dame erklärte ihm, dass winterbedingt nur zwei der Restaurants geöffnet seien, und hat ihn dann mit der Blue Spa Lounge verbunden. Überraschung: Der Mitarbeiter dort bittet allen Ernstes darum, den Tisch doch besser über die Homepage zu reservieren, statt die Reservierung entgegenzunehmen.

Das ist kein guter Service; außerdem geht natürlich so der ein oder andere Gast verloren. Das Verfahren One-Stop-Shop gilt schon seit den 1980er-Jahren in der Hotellerie als selbstverständlich – der Verweis auf die Homepage ist das Gegenteil von Service Excellence.

Ein Rooming, also die Begleitung zum Zimmer, die Erklärung des Zimmers und der Dienstleistungen des Hotels, wurde mir nicht angeboten. Auf dem Weg zum Zimmer fällt mir auf: Die Flure sind alle ordentlich, hell, prinzipiell sauber und stilvoll dekoriert. Mein Zimmer selbst ist luxuriös renoviert. Der Fernseher zeigt zum Willkommen meinen Namen ohne Anrede an: „Guten Tag Rath“. Eine Übergardine ist oben an einer Stelle ausgerissen. Aber das sind Kleinigkeiten.

Ich bin im Blue Spa, der sich über drei Etagen erstreckt und nach Plänen der französischen Innenarchitektin Andrée Putman entstand. Im Vorbeigehen schaue ich in das Fitnesszentrum, das Hollywood-Vorzeige-Bodybuilder Ralf Möller konzipiert hat: Es ist sauber, modern-funktional mit neuesten Luxusgeräten eingerichtet und bietet einen grandiosen Blick auf München.

Nicht zu übersehen - Im hochgelobten Blue Spa gibt es einige Schwachstellen. (Foto: Carsten K. Rath)

Im Blue Spa trifft sich im Sommer die Münchener Gesellschaft, jetzt im Winter ist er einfach nur sehr voll. Und Service: Fehlanzeige. Zwei Damen sind mit sich und dem Feuer des Kamins beschäftigt – beachtet werde ich nicht. In vergleichbaren Spas dieser Klasse wird in aller Regel zum Beispiel ein Wasser oder Tee angeboten. Und wenn es auch nur ein kleiner Small Talk ist: Das gehört dazu.

Die elegante Falk’s Bar ist rein optisch eine der schönsten Hotelbars in München, ach was – in Deutschland. Im denkmalgeschützten Ambiente des Spiegelsaals mit stuckverzierten Decken findet sich keine Spur der Düsterness so mancher Bars. Dennoch fühle ich mich nicht wirklich wohl.

Eine gute Bar zeichnet sich auch dadurch aus, dass Alleinreisende vom Barkeeper in Small Talks involviert werden. Keine Spur davon. Stattdessen trinkt der Barkeeper vor allen Gästeaugen lässig eine Cola. Vielleicht denke ich etwas Old School, aber so etwas wäre zu meiner Zeit als Kellner undenkbar gewesen. Nach alter Hotelschule hat der Kellner zum Trinken den Barbereich zu verlassen.

Falk’s Bar - Von der Hardware ein Highlight – im Service jedoch fehlt Excellence und Herzlichkeit. (Foto: Benjamin Monn)

Nun freue ich mich auf das Abendessen und suche erst einmal den Aufzug. Auch nach mehrmaliger Prüfung finde ich in den langen Gängen keine Ausschilderung. Die Bouillabaisse im Blue-Spa-Restaurant ist zwar nicht klassisch, aber hervorragend mit einem wunderbaren Fischfond zubereitet. Auch der Hauptgang, das Kalbsfilet, schmeckt vorzüglich. Die Küchenleistung hat mich überzeugt.

Bayrischer Hof: Beim Frühstück fehlt die ordnende Hand

Am nächsten Morgen sitze ich um acht Uhr morgens beim Frühstück. Der große Raum bietet einen wundervollen Panoramablick auf die prächtige Frauenkirche. Das Buffet ist sehr schön präsentiert, mir fehlt auf den ersten Blick nichts.

Auch die Tische sind wertig eingedeckt. Ich registriere mehr Mitarbeiter als Gäste. Aber irgendwie fehlt die ordnende Hand, der Oberkellner. Niemand fragt mich zum Beispiel, ob ich eine Eierspeise möchte, wohl aber zuvor an der Tür wieder nach der Zimmernummer. Zum Tisch begleitet werde ich nicht. Kellner stehen in kleinen Trauben zusammen, reden miteinander.

Dann erscheint der Oberkellner doch noch, stolziert, die Hände hinter dem Rücken verschlossen am Buffet vorbei, checkt dann sein Handy. Weder die Mitarbeiter noch die Gäste werden von ihm begrüßt – und später auch nicht verabschiedet. Die Aufgabe dieses Managers erschließt sich mir nicht.

In solchen Momenten zeigt sich der feine Unterschied zwischen einem guten Hotel wie dem Bayerischen Hof (Booking-Bewertung: 8,0) und den Besten der Besten: Im Grand Resort Bad Ragaz in der Schweiz etwa (9,2), im Sacher in Wien (9,4) oder im Hamburger Vier Jahreszeiten (9,4) wäre ich selbstverständlich längst mit Namen begrüßt und nach meinen Wünschen und meinem Befinden befragt worden. Tageszeitungen angeboten zu bekommen gehört ebenfalls dazu.

Im Kolonialstil - Die Zimmer im Bayerischen Hof sind zum großen Teil sehr gut renoviert. (Foto: Roland Bauer)

Und die Konkurrenz in München schläft keineswegs: Im Rücken des Bayerischen Hofs entsteht in einem fantastischen Gebäude mit riesigem Aufwand der Schörghuber-Gruppe das neue Rosewood, das die Münchener Hotelszene ab 2024 komplett durcheinanderschütteln könnte.

Mein Fazit: Der Bayerische Hof ist ein gut geführtes Haus. Es ist in den Bereichen, die ich kennenlernen konnte, aufwendig renoviert und spiegelt den Charme Bayerns wider. Das Haus ist weder großartig noch so schlecht, wie es in manchen Kommentaren auf Tripadvisor oder Booking.com gemacht wird. Schwachstellen habe ich im Spa gefunden, der zwar hochgelobt, aber aus meiner Sicht für die Anzahl der Zimmer und Gäste zu klein ist – und bei der Herzlichkeit der Mitarbeiter, die sich mir tatsächlich kaum im Haus erschlossen hat.

Und: Offenbar ist der Bayerische Hof ein Hotel, in dem die Gäste sehr unterschiedlich behandelt werden. Jedenfalls lässt die große Bandbreite der Onlinekritik darauf schließen. Wir sind in unserer Branche immer nur so gut wie das letzte Essen, das wir serviert haben. Deswegen ist die ungeschminkte Wahrheit, die der Gäste-Empfindungen, nicht wegzuwischen.

Und wenn ich zum Ende meines Testbesuchs dann die Häuser der Spitzengruppe der Münchener Hotels miteinander vergleiche, sind die unterschiedlichen Flughöhen sehr klar: Der Bayerische Hof belegt nach dem Mandarin Oriental und dem The Charles in meiner persönlichen Bewertung aktuell nur den dritten Platz. Was bleibt, ist der notwendige Fokus auf jeden einzelnen Gast und in Teilen die Veränderung der Haltung einzelner Mitarbeiter.

Nachbar in Sichtweite - Ab 2024 wird das neue Rosewood-Hotel wohl das Maß aller Dinge in München werden. (Foto: Carsten K. Rath)

Beim Check-out erfahre ich, dass die Hoteldirektorin Innegrit Volkhardt meine Zimmerkosten von der Rechnung streichen ließ. Bei meinen Tests zahle ich die Rechnungen immer selbst, und auch hier habe ich darum gebeten. Es wurde nicht zugelassen. Der Transparenz halber erwähne ich das – mein Testergebnis hat dies natürlich in keiner Weise beeinflusst.

Plus: Zimmer luxuriös renoviert, zentrale Lage im Herzen von München. Minus: Fehlende Service Excellence, das ganze Haus ist überhitzt (Hinweis einer Mitarbeiterin: „Im Winter schalten wir die Klimaanlage ab“).

Raths Reise-Rating (aktuelle Wertung gefettet):
1. Ausdrückliche Reisewarnung
2. Besser als unter der Brücke
3. So lala, nicht oh, là, là
4. Meckern auf hohem Niveau
5. Wenn’s nur immer so wäre
6. Ganz großes Kino

Insidertipps:

Jogging: Meine Lieblingsstrecke führt vom Hotel an die nahe Isar. Egal ob dann den Fluss rauf oder runter: eine tolle Natur-Laufstrecke.

Bestes Restaurant: Mit dem „Jan“ im Museumsquartier hat Jan Hartwig im vergangenen Oktober sein mit Spannung erwartetes eigenes Restaurant eröffnet und knüpft vom ersten Tag an sein Drei-Sterne-Level an. Im Küchen-Fokus: nachhaltige Erzeuger höchster Produktqualität aus der Region.

Bester Asiat: Das „Matsuhisa“ im ersten Stock des Mandarin Oriental München, benannt nach dem weltweit gefeierten japanischen Starkoch Nobuyuki („Nobu“) Matsuhisa. Das einzige deutsche Matsuhisa ist berühmt für seine japanisch-peruanische Küche.

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Großstadt-Vibes und das Outback als Amphitheater https://www.travelgrand.ch/blog/8918-australien/ Mon, 09 Jan 2023 17:21:11 +0000 https://www.travelgrand.ch/?p=8918

Australien war zwei Jahre lang geschlossen. Nun ist der Tourismus wieder angelaufen. Ein Besuch in zwei Hotels in Sydney und im Outback, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Mitten in den Blue Mountains Das One & Only Wolgan Valley ist der komplette Gegensatz zum The Crown im quirligen Sydney. (Foto: Emirates One & Only Wolgan Valley)

Zwei Jahre war der fünfte Kontinent für Touristen geschlossen. Nun können wir dieses so besondere Land wieder bereisen. Ich habe mich auf den langen Weg nach Australien gemacht, um zu erkunden, was es Neues gibt. Auf meiner Reise nach Down Under habe ich zwei Hotels besucht, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie spiegeln den Kontrast zwischen Stadt und Land deutlich wider.

Ich beginne meine Reise in Sydney. Für drei Tage habe ich im The Crown eingecheckt, einem 275 Meter hohen, in sich gedrehten architektonischen Meisterwerk direkt am Hafen im Stadtteil Barangaroo, einem angesagten Ausgehviertel. In unmittelbarer Nähe liegen sowohl das ikonische Opernhaus von Sydney als auch die Harbour Bridge.

Das Crown bietet Luxus, Glamour und Glitzer – Las Vegas lässt grüßen. Carrara-Marmor so weit das Auge reicht. Die Mitarbeiter sind freundlich – also nett. Und trotzdem ist der Service in Teilen manchmal – ich wage es zu sagen – inkompetent. Das erklärt sich sicherlich durch die fehlende duale Ausbildung der Mitarbeiter, wie wir sie aus Europa kennen.

Im The Crown stimmen nicht alle Prozesse

Das freundliche Verhalten ist angenehm, aber nicht alle Prozesse stimmen. Das macht die Abläufe schwierig, daher ist trotz der vielen Mitarbeiter am Ende das Ergebnis nicht immer passgenau. Der Restaurantmitarbeiter kennt seine eigene Speisenkarte nicht – „Ich bin neu“ ist seine Erklärung. Das Housekeeping vergisst jeden Tag etwas anderes, einschließlich dem Putzlappen auf dem Waschbecken im Bad des Zimmers.

Aber es gibt andere Dinge, die mir gut gefallen. Die Lage etwa könnte kaum besser sein. Und die Architektur begeistert mich geradezu. Rund 2,3 Milliarden Australian Dollar (rund 1,7 Milliarden Euro) hat das kunstvoll gewundene Gebäude des britischen Architekturbüros Wilkinson Eyre gekostet. In der Hardware ist alles Luxus pur.

Spektakulärer Ausblick Aus der Suite des The Crown kann man das Hafenviertel überblicken und sowohl die Oper als auch die Harbour Bridge sehen. (Foto: The Crown Sydney)

Australien ist ein Melting Pot, hier leben und arbeiten Menschen aus zahlreichen Nationen. Obwohl ich ständig unterwegs bin und viel sehe und erlebe, ist für mich schon der Aufenthalt in der Lobby beeindruckend. Was hier an unterschiedlichen Kleidungsstilen geboten wird – es kommt mir vor wie eine eigens inszenierte Show. Luxusmarken scheinen den Australiern wichtig zu sein, sie spielen eine große Rolle hier in der Lobby. Marke ist alles. Stil nicht unbedingt.

Angenehm finde ich, dass das Kasino eine untergeordnete und die Gastronomie dafür eine übergeordnete Rolle spielt. Von den acht Restaurants habe ich drei besucht: a’Mare (italienisch), Woodcut (australisch) und Nobu (japanisch-australische Fusionsküche). Letzteres scheint bei den Gästen wegen seiner internationalen Berühmtheit besonders beliebt zu sein.

Ich empfehle allerdings vor allem das Woodcut. Es hat vier unterschiedliche Speisenkarten für vier verschiedene Küchen, eine interessante Weinauswahl und zudem einen direkten Blick hinaus aufs Wasser.

Lobby des The Crown Umgerechnet rund 1,7 Milliarden Euro hat das Gebäude des britischen Architekturbüros Wilkinson Eyre gekostet. (Foto: The Crown Sydney)

Plus: Die zentrale Lage, Hotel-Architektur und Optik, guter Ausgangspunkt, um Sydney zu erkunden.
Minus: Erhebliche und unangemessene Servicemängel.

Insidertipp: Um einen anderen Blick auf die Stadt und den Hafen zu bekommen, muss man keine teure Hafenrundfahrt buchen. Nehmen Sie einfach eine der grün-ockerfarbenen öffentlichen Fähren. Die Routen führen an der Oper vorbei und Sie können gute Fotos machen.

Raths Reise-Rating (aktuelle Wertung gefettet):

1. Ausdrückliche Reisewarnung
2. Besser als unter der Brücke
3. So lala, nicht oh, là, là
4. Meckern auf hohem Niveau
5. Wenn’s nur immer so wäre
6. Ganz großes Kino

Nach drei Tagen Prunk und Sightseeing in der Großstadt mache ich mich auf ins australische Outback – ich finde, das ist genau die richtige Kombination. Mit dem Leihwagen geht es knapp drei Stunden Richtung Norden durch die Blue Mountains. Je näher ich meinem Ziel, dem Emirates One & Only Wolgan Valley komme, desto klarer wird mir der Name der Blue Mountains: Rund 100 Eukalyptusarten sind hier heimisch und bilden große Wälder.

Villa im Wolgan Valley Der Einrichtungsstil erinnert ein wenig an afrikanische Lodges. (Foto: Emirates One & Only Wolgan Valley)

Der Duft des ätherischen Eukalyptusöls steigt in die Luft und lässt die Berge tatsächlich blau leuchten. Beeindruckt bin ich von der Vielfalt der Tierwelt. Kängurus hüpfen über die Felder und Straßen. Gleich am ersten Tag schwinge ich mich in der Früh auf eines der Pferde aus dem Stall des Hotels und mache mit einem der Ranger einen Ausritt in die Wildnis. Uns begegnen Hunderte Kängurus in allen Größen, außerdem treffen wir auf Koalas, Dingos, Schnabeltiere, Wombats und viele andere der typischen australischen Tiere.

Optisch erinnert das Emirates One & Only Wolgan Valley an eine afrikanische Lodge. Die 42 großzügigen Villen haben alle einen eigenen Pool, den man dank der verschiebbaren bodentiefen Fenster je nach Außentemperatur wahlweise als Innen- oder Außenpool nutzen kann.

Vor der Fensterfront erstrecken sich großzügige Außenbereiche, die gerne auch von Kängurus besucht werden. Ich fühle mich wie in einem Amphitheater, in dem das Naturschauspiel direkt vor meiner Nase stattfindet. Die Ausstattung ist geschmackvoll, sehr „aussie-like“ mit viel Holz, beschlagenem Metall, Leder und mit Kaminen. Das schafft eine gemütliche Atmosphäre.

Neben einem gut ausgestatteten Gym, einem eleganten Spa – von dem aus ich während der Behandlung einige Känguru-Sprünge sehe – und dem Infinitypool überzeugt mich hier auch die Küche mit Sterne-Niveau. Die Produkte stammen vorwiegend aus der Region und sind aus biologischem Anbau, manches wird sogar selbst angebaut. Natürlich hat das alles seinen Preis. Aber: Hier ist alles inklusive – auch der gut ausgesuchte Wein. Ein interessantes Konzept.

Mit Ranger Pete zur Wombat-Rettung

Als besonderen Service bietet das Hotel eine individuelle Planung von Ausflügen an. So gehe ich am nächsten Tag mit dem Ranger Pete zur Wombat-Rettung. Die putzigen Beuteltiere sind nämlich von einer tödlichen Krankheit bedroht, die um 1850 aus England beim Import von Füchsen eingeschleppt wurde. Mittlerweile gibt es glücklicherweise eine Medizin dagegen.

Vor der Höhle der Wombats platzieren wir eine Art Schleuse, durch die die Tiere in ihre Behausung schlüpfen müssen. Dabei wird das Medikament über ihren Rücken verteilt. Allein im Emirates One & Only haben die Gäste nach Hotelangaben so schon rund 300 Wombats geheilt.

Putzig, aber bedroht Als besonderen Service bietet das Hotel die „Wombat-Rettung“ an. (Foto: Carsten K. Rath)

Am Abend genieße ich dann die ausländische, eher deftige Küche, den Sternenhimmel und die Tatsache, dass ich heute der Tierwelt etwas Gutes getan habe.

Fazit: Im Emirates One & Only Wolgan Valley kann man ein paar besondere Outback-Tage verbringen und die australische Fauna gut kennenlernen, authentisch und unmittelbar. Aufgrund des schlüssigen All-inclusive-Konzepts ist der Preis angemessen.

Insidertipp: Gehen Sie raus in die Natur, sei es per Jeep-Safari oder auf dem Pferd. Empfehlenswert ist auch ein Besuch in der alten, restaurierten Farm. Hier erlebt man, wie die frühen Siedler, meist arme Leute und Kriminelle aus England, gelebt haben.

Raths Reise-Rating (aktuelle Wertung gefettet):

1. Ausdrückliche Reisewarnung
2. Besser als unter der Brücke
3. So lala, nicht oh, là, là
4. Meckern auf hohem Niveau
5. Wenn’s nur immer so wäre
6. Ganz großes Kino

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Die Supersuiten der Welt: Das Mandarin Oriental in Dubai und Luzern und das Rosewood Wien https://www.travelgrand.ch/blog/8904-mandarin-dubai/ Mon, 09 Jan 2023 12:29:39 +0000 https://www.travelgrand.ch/?p=8904
© Mandarin Oriental Dubai

Ich bin in Dubai, der Megastadt am arabischen Golf, genauer gesagt: im Mandarin Oriental Jumeira. Das noch recht neue Luxushotel – eröffnet 2019 – mit grandioser Lage am Jumeirah-Strand, hat eine neue Luxus-Welle an die Küste von Dubai gespült.

Mich beeindruckt bereits die Lobby: 14 riesige Bäume aus Bronze, die jeweils mit 900 Lichtern ausgestattet sind, bilden eine Art Kristall-Dach, das an das  Glitzern des Meeres erinnert.

Die Supersuite im Mandarin Oriental in Dubai ist das sogenannte Royal Penthouse – exklusiv ganz oben auf dem Dach. Die im wahrsten Sinne herausragende Suite ist nur über einen privaten Aufzug erreichbar.

Sehr gefällt mir in meinem mehr als geräumigen Penthouse sofort das moderne Dekor mit vielen stil- und niveauvollen Akzenten und die Farbpalette: zarte Blau-, Grau- und Creme-Töne.

Dubai-Luxus at it’s best: die Royal Penthouse Suite im Mandarin Oriental

Eine wirklich großartige Suite. Ich empfinde hier im Royal Penthouse ein – selten gewordenes – Höchstmaß an Privatsphäre und schwebe förmlich über dem grenzenlosen Meer, das von überall im Royal Penthouse allgegenwärtig ist.

Imposante Ausmaße: das Royal Penthouse im Mandarin Oriental Dubai © Mandarin Oriental

Dubai und besonders auch das Mandarin Oriental ziehen Stars mehr denn je an. Des öfteren gesichtet wurden Promis wie David Beckham, Beyoncé, Michael Douglas und Cathy Hummels.

Von der Glitzerwelt des arabischen Golfs wechseln wir an den romantischen Vierwaldstätter See. Hier bin ich im brandneuen – erst im September 2022 eröffneten – Mandarin Oriental Palace in Luzern gebucht.

Grandiose Lage am Vierwaldstätter See: das Mandarin Oriental Luzern © Carsten K. Rath

Die Lage ist imposant – nur einen Steinwurf von der Luzerner Altstadt entfernt und mit spektakulärer Aussicht auf den wohl schönsten europäischen See und die schneebedeckten Schweizer Alpen.

Das majestätische Gebäude wurde bereits 1906 erbaut und ist ein Wahrzeichen der Belle Époque. Durch die sorgfältige jahrelange Renovierung repräsentiert das Hotel nun eine eindrucksvolle Mischung aus zeitgenössischer Eleganz und historischem Charme.

Das neue Mandarin Oriental in Luzern © Mandarin Oriental

Ich beziehe die Präsidentensuite direkt unter dem kupfernen Turm des Hotels und bin von einer Sekunde auf die nächste von dem faszinierenden Blick auf den Vierwaldstätter See in den Bann gezogen.

Luzern und auch das Mandarin sind diskret, wenn es um große Stars geht, die hier zu Besuch sind oder waren. Einige Namen werden dennoch gemunkelt: Reggaesänger Jimmy Cliff, Formel 1-Champion Lewis Hamilton und die irische Sängerin Sinéad O’Connor.

Von der Schweiz reisen wir weiter ins Nachbarland: In Wien übernachte ich im neuen Rosewood Hotel und bin gespannt auf meine dortige Supersuite.

Das Rosewood Vienna ist das erste Haus der stark wachsenden Luxushotel-Marke im deutschsprachigen Raum. In allerbester Citylage, im 1. Bezirk direkt am Petersplatz, hat es erst vor kurzem eröffnet.

Im Design – und das wird mir sofort nach Betreten klar – spiegelt es perfekt Charme, Geschichte und Kultur der österreichischen Hauptstadt wieder.

178 Quadratmeter Supersuite im Stil der Wiener Moderne

71 elegante Zimmer und 28 Suiten bietet das Wiener Rosewood, ergänzt um die Brasserie „Neue Hoheit“, eine Rooftop-Bar, einen Veranstaltungspavillon und das Asaya Spa.

Zwischen Tradition und Moderne: der Stil im Rosewood Wien © Rosewood Wien

Der Namensgeber „meiner“ Präsidentensuite – namens Hoffmann-House – ist Josef Hoffmann, visionärer Architekt und Designer der Wiener Moderne sowie Gründer der Wiener Werkstätte, einer avantgardistischen Künstlergemeinschaft.

Auch in Wien und im Rosewood können Stars recht gut verschwiegen verkehren – gesichtet wurden jüngst aber dennoch u.a. Bryan Adams, James Blunt und Dua Lipa.

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Ein Stück österreichische Geschichte in einem noch jungen Hotel https://www.travelgrand.ch/blog/8866-rosewood-wien/ Mon, 12 Dec 2022 10:00:21 +0000 https://www.travelgrand.ch/?p=8866

Die Marke Rosewood wächst derzeit stark. Das neueste Haus in Wien bietet historische und lokale Bezüge – und ein Restaurant als Schwachpunkt.

Die Lobby - Der Anspruch des Hauses: die lokale Kultur und Geschichte des Ortes einzubeziehen. (Foto: Rosewood Vienna)

Wien ist ein Sehnsuchtsort, mit einem Charme, dem sich kaum jemand entziehen kann. Diesen Charme hat auch das neue Hotel der Rosewood-Gruppe. Obwohl es ein junges und modernes Haus ist, im Zentrum der Stadt gelegen, finden sich zahlreiche lokale und historische Bezüge – sei es in den Themen, den Materialien oder im Service. Auch hier erinnert alles immer ein bisschen an die Kaiserzeit.

Die 1979 gegründete Marke Rosewood wächst derzeit stark: Auf das im Sommer eröffnete Haus in Wien folgen bald Häuser in Rom, München, Schloss Fuschl, Venedig und Mailand. Natürlich ist Wien eine Stadt mit einigen großartigen Hotels, allen voran dem Sacher – zugegeben eines meiner Lieblingshotels. Doch das neue Rosewood Wien kann in diesem Umfeld bestehen. Es liegt zentral in der Wiener Altstadt, nur fünf Gehminuten vom Stephansdom entfernt an der Peterskirche – quasi im Epizentrum des Shoppingparadieses rund um die Kärntner Straße und den Graben.

Ich erlebe das Hotel als sehr persönlich – bis auf das Restaurant, auf das ich noch zu sprechen komme. Überall stehen spannende Bücher, nichts wirkt dekoriert, es ist eher so, als gehörten die verschiedenen Gegenstände, die Schalen, Blumen, alten Erinnerungen genau da hin, wo sie sich befinden. Die Intarsien im Boden, der Marmor im Bad, die mit Leder bezogene Espressomaschine – wo man hinblickt, wirkt alles erstaunlich stimmig.

Mozarts Singspiel im Serail-Zimmer

Ich wohne im Serail-Zimmer, wo Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ allgegenwärtig ist. Tatsächlich komponierte Wolfgang Amadeus Mozart 1782 exakt an diesem Ort seine berühmte Oper. Der Leitspruch der Hotelgruppe, „a sense of place“, also die lokale Kultur und Geschichte des Ortes ins Haus einzubeziehen, wird hier erfüllt.

Auch die anderen lokalen Verbindungen gefallen mir. Mit Markus Scheer zum Beispiel, Wiener Schuhmacher in siebter Generation, besteht eine Kooperation. Sein Buch „Der Fuß weiß alles“ liegt in jedem Zimmer aus, seine Traditions-Schuhmanufaktur befindet sich zwei Gehminuten vom Hotel entfernt. Scheers Vorfahren haben bereits die Schuhe für Kaiser Franz Joseph oder den Schriftsteller Franz Kafka gefertigt. Ich allerdings kann sie mir leider nicht leisten.

Spa mit Aussicht - Im Ruheraum bietet sich ein Blick über die Stadt Wien. (Foto: Rosewood Vienna)

Auch die Prints und Stoffe sowie andere Materialien im Haus stammen von Firmen aus der nahen Umgebung. Immer ist ein Stück österreichische Geschichte eingebaut, ohne dass es je zu laut oder allzu offensichtlich wäre.

Die Liebe zum Detail spürt man nicht nur im Design und der Umsetzung, sondern auch in dem, was den Gästen geboten wird. Im Zimmer finde ich etwa einen Bademantel und zusätzlich einen Morgenmantel. Die Amenities sind in großen Glasflaschen abgefüllt – was auch dem Nachhaltigkeitsanspruch gerecht wird. Und im Schrank befinden sich Schuhspanner aus Massivholz.

Und: Es herrscht ein Level an baulicher Finesse, wie ich es in Europa nur selten erlebt habe. Das historische Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, in dem das Rosewood angesiedelt ist, ist handwerklich auf hohem Niveau restauriert.

Hoteldirektor Alexander Lahmer ist am Samstagmorgen beim Frühstück vor Ort, geht von Tisch zu Tisch, wünscht einen guten Morgen und einen schönen Tag. Der Deutsche versteht sich – ganz österreichisch – als wahrer Gastgeber. Seit zehn Jahren arbeitet er für Rosewood und hat in dieser Zeit bereits sechs Häuser eröffnet. Mit seiner Asien- und Middle-East-Erfahrung will er nun das Wiener Haus ganz nach vorn bringen.

Die Rooftop-Bar lohnt einen Besuch. Hier trifft die Wiener Society auf Hausgäste. Das Personal spricht die Gäste mit Namen an, die Barkeeper kennen ihre Cocktail-Favoriten. Einziges und entscheidendes Problem hier: der Platz. Die Bar wurde viel zu klein konzipiert, hier hätte man sicher doppelt so viel Raum einplanen müssen.

Etwas schwierig finde ich das Restaurant „Neue Hoheit“. Designtechnisch wirkt es wie ein Fremdkörper im Haus. Ich vermute, dass man hier eine Gemütlichkeit aus den 1970er-Jahren nachempfinden wollte. Mir erschließt sich das Konzept ausdrücklich nicht. Vielleicht waren im Hotel und im Restaurant zwei verschiedene Designer am Werk – so kommt es mir vor.

Die Dachterrasse - Auch hier bietet sich ein wunderbarer Blick über die Stadt. (Foto: Carsten K. Rath)

Beim Frühstück wünsche ich mir Verbesserung im Service, der zum Teil wohl von Aushilfen geleistet wird. Der Kaffee kam nach der vierten Bestellung. Einem so jungen Hotel verzeihe ich diese Schwächen aber noch. Ich bin mir sicher, dass die Führung bereits daran arbeitet.

Auffällig finde ich die Rate. Sie liegt 20 bis 30 Prozent über jener der Wiener Mitbewerber. Das ist mutig. Aber es ist eben auch richtig. Qualität hat ihren Preis, muss ihren Preis haben. In diesen Zeiten mehr denn je. Die zahlreichen internationalen Gäste jedenfalls scheinen zufrieden zu sein. Ich sehe kaum Deutsche oder Österreicher, eher Amerikaner, Asiaten, Araber. Diese Internationalität prägt die Atmosphäre zusätzlich.

Ich fühle mich wohl im Rosewood Wien, es gibt wenige Dinge, die mir hier nicht gefallen. Neben dem Restaurant sind das die Personaluniformen, deren Passform wirklich besser sein könnte, damit sich alle Mitarbeiter wirklich wohl fühlen können. Als ehemaliger Hotelier habe ich großen Respekt vor der Tatsache, dass das Hotel erst vor wenigen Monaten eröffnet wurde und schon jetzt auf einem so guten Weg ist. Wenn dieser Weg weiterhin konsequent gegangen wird, wird die Bewertung im nächsten Jahr sicher noch besser ausfallen.

Wie ein Fremdkörper - Das Konzept des Restaurants „Neue Hoheit“ erschließt sich nicht. (Foto: Rosewood Vienna)

Plus: heimeliger Charme, aufmerksamer Service, perfekte Lage.
Minus: die viel zu kleine Bar, Schwächen beim Frühstücksservice, Design im Restaurant „Neue Hoheit“

Raths Reiserating 

1. Ausdrückliche Reisewarnung
2. Besser als unter der Brücke
3. So lala, nicht oh, là, là
4. Meckern auf hohem Niveau
5. Wenn’s nur immer so wäre
6. Ganz großes Kino

Insidertipps

Kultur: Journalist Clemens Coudenhove-Kalergi ist ein wunderbarer Stadtführer und ein sehr lebendiger Erzähler. Wer in der Stadt ist, sollte eine Tour bei ihm buchen. Sie ist jeweils individuell auf die Bedürfnisse und Wünsche der Gäste abgestimmt.

Geschichte: Nur fünf Minuten vom Hotel entfernt kann man bei Time Travel auf eine magische Geschichtsreise durch Wien gehen. Hier sind 2000 Jahre österreichische Geschichte spannend aufgearbeitet – mal als 5D-Kino, als Theaterstück oder mithilfe von Marionetten. Das hat nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene einen hohen Unterhaltungsfaktor.

Kunst: Wien ist eine Stadt der Museen. Spannend – vor allem, wenn man Kinder dabei hat – ist das Museum der Illusionen. Hier kann man scheinbar im Raum schweben, ganz klein oder ganz groß werden und coole Insta-Fotos von den Illusionen schießen.

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Das 101-Ranking der deutschen Hotels – Das sind die prägenden Häuser und Persönlichkeiten https://www.travelgrand.ch/blog/8825-101-ranking/ Tue, 06 Dec 2022 06:18:05 +0000 https://www.travelgrand.ch/?p=8825

An die 101 besten Hotels Deutschlands wurden im Europa-Park Rust Auszeichnungen verliehen. Persönliche Anmerkungen unseres Kolumnisten zu den Preisträgern.

Gruppenbild mit Preisen - In Rust versammelten sich die Branchengrößen zur Preisverleihung des Rankings „Die 101 besten Hotels Deutschlands“. (Foto: BrauerPhoto/J. Reeth

Am Seriensieger Hotel Vier Jahreszeiten kommt bislang niemand vorbei: Auch in der nunmehr dritten Auflage des Rankings „Die 101 besten Hotels Deutschlands“ sicherte sich das Hamburger Luxushaus wie schon in den beiden Jahren zuvor den Gesamtsieg und zudem den ersten Platz in der Kategorie „Grandhotels“. Bei der Preisverleihung im Europa-Park Rust nahm General Manager Ingo C. Peters die Trophäen in Empfang.

Träger des Rankings ist das Institute for Service and Leadership Excellence, Partner sind unter anderem das Handelsblatt, die IU Internationale Hochschule und die Passion for Excellence AG. Bei der Preisverleihung in Rust versammelten sich Branchengrößen, die die deutsche Hotellerie maßgeblich prägen und gestalten, sowie Prominente wie Österreichs Ex-Kanzler Sebastian Kurz oder Politik-Urgestein Wolfgang Bosbach.

„Qualität ist der Schlüssel zum Erfolg“, sagte Peters, „an erster Stelle stehen neben unseren Gästen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses, die Tag für Tag Service par excellence bieten.“ Eröffnet wurde das Haus in Binnenalster-Premiumlage vor 125 Jahren; der immer herzliche und exzellente Servicestandard und die bekannt breite, hochklassige Kulinarikvielfalt sind die Grundlage für den erneuten Erfolg im Jubiläumsjahr.

Investitionsfähige Eigentümer

Aus meiner Sicht zeigt das Vier Jahreszeiten überzeugend, dass die hier vorliegende Mischung aus einem – auch in Krisenzeiten – investitionsfähigen Eigentümer, der Familie Dohle, und dem Qualitätslevel von Ingo C. Peters eine nahezu perfekte Symbiose bietet. Was ich am Vier Jahreszeiten liebe: die wirklich überall im Haus spür- und erlebbare Qualität. Jederzeit erlebe ich Wärme und fühle mich geschätzt und zu Hause. Das Resümee: Vier-Jahreszeiten-Kapitän Peters und seine Mannschaft haben alles richtig gemacht.

Seriensieger - Ingo und Christiane Peters vom Hamburger Vier Jahreszeiten. (Foto: BrauerPhotos/J. Reetz)

Während sich im vergangenen Jahr das Hamburger Haus und Schloss Elmau den ersten Platz im Gesamtranking noch geteilt hatten, landete Schloss Elmau diesmal und wie schon bei der ersten Auflage des 101-Rankings knapp geschlagen auf Rang zwei. Das Hotel von Dietmar Müller-Elmau hat neben der grandiosen Lage seinen ganz eigenen Charakter und macht konsequent keinerlei Kompromisse bei der Qualität. Mich fasziniert, dass das Ausnahmeresort im Juni und damit nach 2015 schon zum zweiten Mal Tagungsort des weltweit beachteten G7-Gipfels war. Ein überzeugendes und klares Zeichen, dass das Haus auch international zu den allerbesten Hotels gehört.

Dietmar Müller-Elmau: „Gerade in diesen besonders herausfordernden Zeiten ist diese in Deutschland höchstmögliche Auszeichnung von allergrößter Bedeutung für unser junges, enthusiastisches Team und unsere äußerst anspruchsvollen Gäste und Künstler aus aller Welt, die diesen Erfolg erst möglich machen.“

Ranking „Die 101 besten Hotels Deutschlands“ – Alle 101 Hotels im großen Überblick

Rang 1 bis 25 nach Platzierung, 26 bis 101 alphabetisch.

Platz drei im 101-Gesamtranking sichert sich zum ersten Mal das Severin’s Resort & Spa auf Sylt. Das Severin’s steht für Exklusivität und Luxus in Kombination mit Lässigkeit und Behaglichkeit. Was mich immer wieder hierhin in den Norden zieht, ist die natürliche Herzlichkeit des gesamten Teams. Im Frühling und Sommer genieße ich unter anderem auch das herrliche Blumen- und Blütenmeer. „Diese Auszeichnung bedeutet mir persönlich sehr viel“, sagte Hotelchef Christian Siegling in Rust. „Sie ist für das gesamte Team eine schöne Bestätigung für das, was wir in den letzten Jahren aufgebaut haben.“

Dietmar Müller-Elmau (l.), Carsten K. Rath - Der Chef von Schloss Elmau und der Initiator des Rankings der 101 Besten. (Foto: BrauerPhotos/J. Reetz)

Schloss Elmau ist auch in der Kategorie „Hideaways“ bestes Hotel und verteidigte damit wie das Vier Jahreszeiten („Grandhotels“) seinen Vorjahresplatz. Das gelang auch dem Münchener Mandarin Oriental bei den „Stadthotels“. Mit seinem herausragenden kulinarischen Angebot überzeugt das Hotel Bareiss – Das Resort im Schwarzwald (Baiersbronn) und wurde folgerichtig mit dem ersten Platz in der Kategorie „Beste kulinarische Hotels“ ausgezeichnet. „Bestes Hotel in historischen Gemäuern“ ist erneut der Europäische Hof Heidelberg. In der Kategorie „Beste Spa-Health-Resorts“ eroberte das Brenners Park-Hotel in Baden-Baden überzeugend den Spitzenplatz.

Erstmals wurde im Rahmen des 101-Rankings der „Lifetime Achievement Award of Excellence“ vergeben. Für sein Lebenswerk gewürdigt wurde Christian Harisch. Der promovierte Jurist ist Gründer und CEO der Lanserhof-Gruppe mit ihren bekannten Medical-Wellness- und Health-Kliniken in Lans, London, Hamburg, am Tegernsee und ganz neu seit diesem Jahr auf Sylt. Harisch hat, so wegweisend und konsequent wie sonst niemand, die beiden Branchen Hospitality und Healthcare miteinander verbunden.

Österreichs Ex-Kanzler Sebastian Kurz hielt die Laudatio auf Harisch und dessen eindrucksvolles Lebenswerk. Im exklusiven Interview, das Kurz mir für das neue 101-Buch gab, sagte er: In der Hotellerie gehe es „wie überall um die Menschen, die dort arbeiten und dafür eine Begeisterung zeigen“.

Margit Lieverz, Christian Siegling - Die Moderatorin führte durch den Abend, der Severin’s-Chef freute sich über den Preis für den dritten Rang. (Foto: BrauerPhoto/J. Reetz)

Erwähnenswert in Deutschlands relevantestem Hotel-Ranking sind auch in diesem Jahr wieder die 101-Trouvaillen, so unter anderem das Hotel Papa Rhein in Bingen. Dessen agiler Chef Jan Bolland ist in diesem Jahr zum „101-Hotelier der nächsten Generation“ gewählt worden. Und das Fährhaus an der Mosel in Koblenz, das unter seinem General Manager Eike Gethmann immer besser wird. In diesem Jahr gab’s als Belohnung einen Michelin-Stern für das Restaurant Gotthardt’s.

Das Ranking der 101 Tophotels 2022/23 hat auch die empfehlenswertesten Nachbarhotels im deutschsprachigen Ausland inkludiert, so unter anderem das The Dolder Grand in Zürich, die Sacher-Hotels in Wien und Salzburg und das Südtiroler Forestis.

Korbinian Kohler - Der Bachmair-Weissach-Chef ist im nächsten Jahr am Tegernsee Gastgeber der Preisverleihung. (Foto: Bernd Schmellenkamp)

Apropos deutschsprachige Nachbarländer: Aufgrund der großen Resonanz auf das Ranking wächst die Marke 101 weiter. Ab 2023 werden zusätzlich zu den deutschen auch die besten 101 Hotels in der Schweiz, in Österreich und Südtirol beurteilt und gerankt. Ich bin mir sicher: Der dann internationale Hospitality-Leistungsvergleich wird der Hotelwelt guttun, sie Jahr für Jahr besser machen und den Gästen einen noch aussagekräftigeren Guide zur Branche bieten.

Im kommenden Jahr findet die Prämierung der 101 besten Hotels im Hotel Bachmair Weissach am Tegernsee statt. Inhaber Korbinian Kohler hat jüngst mit „Tegernsee Phantastisch“ gleich neben dem Hotel eine 2700 Quadratmeter große Indoor-Attraktion mit zwei kontrastreichen Spiel- und Unterhaltungswelten eröffnet. Kohler ist am 18. und 19. November 2023 Gastgeber der Preisverleihung.

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Stars, Sternchen und vor allem Design: Eine Hotellegende an der Madison Avenue https://www.travelgrand.ch/blog/8800-the-mark-new-york/ Fri, 02 Dec 2022 13:05:20 +0000 https://www.travelgrand.ch/?p=8800

The Mark ist eine Perle in der New Yorker Luxus-Hotellerie. Hier mischt sich französischer Jugendstil mit Avantgarde zu einem ganz eigenen Manhattan-Gefühl.

Ein Teil von New York - Das „The Mark“ ist eines der legendärsten Hotels im Big Apple – in privilegierter Lage an der Upper East Side. (Foto: THE MARK)

„I want to be a part of it – New York, New York“, trällert Frank Sinatra über die Stadt meiner Träume. In New York zu sein war für mich schon immer besonders. Das Hotel The Mark setzt dem Ganzen noch die Krone auf.

Es ist wohl eine der legendärsten Unterkünfte des Big Apple, ein Boutique-Hotel in privilegierter Lage an der Upper East Side. 2020 hat es den „Travel + Leisure World’s Best Award“ als bestes Stadthotel der USA und als bestes Hotel in New York gewonnen. Das allerdings erschließt sich mir nicht so ganz – wenngleich zahlreiche Stars und Sternchen hier nicht nur zur Met-Gala ein und aus gehen.

Mich begeistert erst einmal die süße, kleine Bar. Hier stehen exzellente Weine auf der Karte, unter anderem ein paar der großen französischen Tropfen, die man sonst nicht so leicht findet. Der französische Touch im Mark hat seine Gründe: Das Hotel wurde 1927 an der Madison Avenue, im Stil der Neo-Renaissance erbaut und 2010 vom französischen Innenausstatter und Designer Jacques Grange und mehreren anderen bekannten Designern neu gestaltet.

Art-déco-Anstrich Typisch für das Design von Jacques Grange: der schwarz-weiß gemusterte Boden in der Lobby. (Foto: THE MARK)

Mit Mustern und geometrischen Formen hat Grange dem Haus einen Hauch Downtown-Feeling mit einem starken Art-déco-Anstrich verliehen. Typisch ist beispielsweise der schwarz-weiß gemusterte Boden in der Lobby. Der macht mir schon beim Check-in gute Laune. Ebenso wie die humorvollen Zeichnungen des französischen Illustrators Jean-Philippe Delhomme, auf denen Details aus dem Hotel, Mitarbeiter und Gäste zu sehen sind.

Als kleines Boutique-Hotel für New Yorker Größenverhältnisse bietet es gleichwohl die größte Penthouse-Suite in Nordamerika – kühner Luxus. Die kann man zu Weihnachten mit einem spektakulären Package einschließlich einer privaten Aufführung des Weihnachtsspektakels „Der Nussknacker“ durch das weltberühmte New Yorker Ballett für 150.000 US-Dollar buchen. Schade, ich habe schon andere (günstigere) Pläne.

Spektakuläres Package - Die Penthouse-Suite kann man zu Weihnachten einschließlich einer privaten Aufführung des „Nussknackers“ vom New Yorker Ballett buchen. (Foto: THE MARK)

Besonders lobenswert, ganz und gar nicht profan, ist das Housekeeping. Die Amenities im Bad, die kleinen Cookies in Form eines New Yorker Taxis – alles ist mit sehr viel Liebe zusammengestellt. Die Security – in einer Stadt wie New York wichtig – funktioniert auch einwandfrei. Was mir gut gefällt: der Schuhputzservice des britischen Luxus-Schuhmacher-Unternehmens John Lobb, den ich vor meinem Besuch im Hotelrestaurant nutze.

Im „The Restaurant by Jean-George“ vom – ebenfalls französischen – Sternekoch Jean-George Vongerichten bin ich überrascht von der Speisekarte. Sie ist international, um nicht zu sagen beliebig, das hätte ich so nicht erwartet. Interessant ist die riesige Dessertauswahl.

Ich besuche das Restaurant um die Mittagszeit und bin erstaunt, dass es innen und sogar auf der Terrasse, die zur etwas ruhigeren Seitenstraße 77th Street hinausgeht, komplett ausgebucht ist. Dabei liegt das Mark etwas abseits, eben nicht in Downtown oder zwischen 50. und 60. Straße, 5th Avenue, wo der Puls der Luxusstadt schlägt. Ich werte es daher als gutes Zeichen.

Beim Frühstück fehlt die Koordination

Starkoch Jean-Georges Vongerichten kommt tatsächlich auch ab und zu selbst aus der Küche und begrüßt die Gäste, sagt man mir. Ich bestelle einen Ceasar’s-Salat und bin restlos begeistert. Es ist der beste, den ich je gegessen habe. Die Mayonnaise ist nicht so fett, sondern gut eingearbeitet, der Salat besteht nicht aus großen Blättern, sondern ist klein geschnitten, und auch die Croutons sind höchstens zwei Millimeter groß. Obendrauf liegt eine ganze, auf dem Grill gebratene Hühnerbrust. Einfach köstlich.

Beim Frühstück hingegen finde ich, dass man zulegen könnte. Es gibt zwar viele Mitarbeiter, aber irgendwie scheint die Koordination zu fehlen. Der bestellte Cappuccino kommt erst nach zehn Minuten – für meinen Geschmack dauert das zu lang.

Suite mit Terrasse - Das Haus wurde 2010 vom französischen Innenausstatter und Designer Jacques Grange und mehreren anderen bekannten Designern neu gestaltet. (Foto: THE MARK)

Was The Mark nicht hat, ist ein Spa. Dafür ist das Gym sehr groß und exzellent ausgestattet mit allem, was man so braucht: Cardiogeräte, Gewichte und sogar ein Peloton-Fahrrad. Das motiviert auch die letzte Couch-Potato. Und eine Deutsche hat es auch in Big Apple geschafft. Barbara Sturm, die Schönheits-Ikone, hat einen Spa samt Boutique kürzlich neben dem Hotel eröffnet. Die Gäste nutzen ihn zuhauf.

Ein Lauf durch den nahen Central Park ist aber für mich die beste Alternative, die ich nicht auslassen möchte. Zuvor allerdings brauche ich noch eine Auskunft und wende mich an den Concierge. Ich suche nämlich ein ganz bestimmtes asiatisches Restaurant, dessen Name ich vergessen habe. Alles, woran ich mich erinnere, ist die schwarz-weiße Einrichtung und dass es Dim Sum gibt. Nicht gerade viel Information für den Concierge.

Üppige Dekoration - Die goldenen Drachen begleiten das Essen im Shun Lee West nach wie vor. Foto: Carsten K. Rath)

Er kennt das Restaurant zwar nicht, will sich aber, während ich durch den Park jogge, schlau machen. Und tatsächlich: Als ich zurückkomme, hat er sich durchgefragt und das Restaurant gefunden. Proaktiv hat er gleich noch eine Reservierung im Lee West für mich vorgenommen. So stellt man sich einen großartigen Concierge vor.

Fazit: Natürlich lebt The Mark von seiner Reputation, davon, dass ein Stammpublikum und auch die VIPs hier zu Hause sind. Kein Wunder, es hat ja auch etwas, dieses schwarz-weiße New Yorker Design-Luxus-Understatement. Das Haus ist wirklich sehr gut gebucht – wie auch das Restaurant. Ein Hotel, in dem ich bei einem Besuch in der Stadt, die niemals schläft, gern wohne.

Raths Reiserating:

1.Ausdrückliche Reisewarnung
2.Besser als unter der Brücke
3.SO LALA, NICHT OH, LÀ, LÀ
4.Meckern auf hohem Niveau
5.Wenn’s nur immer so wäre
6.Ganz großes Kino

Insidertipps New York

Restaurant: Das Shun Lee West ist eines meiner Lieblingsrestaurants in New York. Nicht nur, weil ich eine Affinität zu China habe. Vor der Pandemie sind die Kellner hier mit einem Wagen voller Dim Sum durchgefahren, immer wieder neue, frische, mit den unterschiedlichsten Füllungen. Die Wagen gibt es leider nicht mehr, das einst so bodenständige Restaurant ist schicker geworden. Aber die goldenen Deko-Drachen sind geblieben, und die Qualität der Dim Sum ist immer noch hervorragend. Einfach ein Highlight.

Joggingstrecke: Einmal durch den nahe gelegenen Central Park – ein Muss für jeden laufbegeisterten New-York-Besucher.

Restaurant-Highlight - Im Shun Lee West werden köstliche Dim Sum serviert – früher brachten die Kellner sie gleich wagenweise an die Tische. (Foto: Carsten K. Rath)

Aussichtspunkt: Wer das Segelboot des Hotels chartert, kann eine zweistündige Tour durch den New Yorker Hafen machen und die Aussicht auf die Skyline Manhattans und die Freiheitsstatue genießen.

Kunst: Im Umfeld des Hotels finden sich zahlreiche Galerien und Museen. Auf der Fifth Avenue sind unter anderem das Museum Solomon R. Guggenheim, das Jewish Museum und das Metropolitan Museum of Art zu finden. Die Gagosian Gallery und The Met Breuer befinden sich, wie das Hotel, auf der Madison Avenue.

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Morgens Massage, abends Messi: Ein Luxusresort in Dubai wird zum Paradies für reiche WM-Fans https://www.travelgrand.ch/blog/8783-mandarin-oriental-dubai/ Mon, 21 Nov 2022 09:46:25 +0000 https://www.travelgrand.ch/?p=8783

85 Shuttleflüge pro Tag: Wer es sich leisten kann, träumt in Dubai vom WM-Titel. Das Emirat zählt zu den größten Profiteuren des Mega-Events. Unser Hoteltester war da.

Nahe Downtown Dubai - Das Mandarin Oriental Jumeirah hat direkten Zugang zu Strand und Meer. (Foto: Mandarin Oriental)

Ich bin in Dubai. Mein Hotelziel diesmal: das Mandarin Oriental Jumeira. Ankunft im International Airport nachts um eins. Alles perfekt organisiert und blitzeblank sauber. Keine Menschenansammlungen, keine Warteschlangen, keine Hektik. Überall freundliche Gepäck-Guides. Eine andere Welt schon kurz nach der Landung.

Auch von Hotelseite ist alles exzellent vorbereitet. Mein Fahrer wartet mit Schild, Luxuslimousine und perfektem Englisch. Dazu: angenehme 26 Grad mitten in der Nacht. Der Fahrer reicht mir ein kaltes feuchtes Tuch, leicht in Zitrone getränkt. Angenehmer kann man kaum ankommen.

Dubai boomt wie nie zuvor. Und Dubai wird clever gemanagt. Zur Fußballweltmeisterschaft zum Beispiel hängt sich die Wüstenmetropole an den Boom in Katar an und bietet Lösungen für mögliche Hotel- und Flugengpässe im Land der Kataris.

Jeden Tag gibt es 85 zusätzliche Shuttleflüge (45 Minuten one way) zwischen Dubai und Doha. Indirekt vielleicht größter Profiteur der Weltmeisterschaft ist also Dubai – zwei Drittel der WM-Besucher sind hier untergebracht und pendeln.

Am Strand von Jumeirah: Das Mandarin Oriental Jumeira

Im wahrsten Sinne erstklassig präsentiert sich ein namhafter Neuzugang in Dubais Hotellandschaft: Seit 2019 liegt direkt am Strand von Jumeirah das Mandarin Oriental Jumeira. Das Luxushotel ist nicht weit entfernt von Downtown Dubai, dem City Walk und dem Dubai Creek, hat direkten Zugang zu Strand und Meer. Das Design der 178 Zimmer und 78 Suiten stammt von Jeff Wilkes, der für seine ausgefallenen Interieurs bekannt ist.

In meinem Sea-View-Zimmer genieße ich den großzügigen Balkon und den herrlichen Meerblick. Neben der Lage machen vor allem die riesige Poolanlage mit intimen Daybeds und die abwechslungsreichen Restaurants das Mandarin Oriental zu einem aktuellen Topspot in Dubais Hotelszene.

Sea-View-Suite - Das Wohnzimmer ist geräumig, der Blick aufs Meer garantiert. (Foto: Mandarin Oriental)

Ich lunche im Netsu, dem japanischen Restaurant. Der Manager kommt mir strahlend entgegen: Kevin Lipson kenne ich nicht, wohl aber sein Management. Er ist der Sohn einer großartigen, japanischen Kellnerin aus Miami Beach. Tonys Sushi ist der Insiderplace an Floridas Küste. Als ich dort lebte, war dies quasi meine Kantine. Das Netsu bietet perfektes japanisches Essen und einen Traumblick aufs Meer.

Dann mache ich mich auf in die Spa-Welt. Die Mutter aller luxuriösen Spas, das ist allgemein bekannt, ist das Mandarin Oriental in Bangkok. Was nicht heißt, dass alle Mandarin Orientals automatisch exzellente Spas betreiben. Hier in Dubai schon: Das Spa ist von der Großzügigkeit, den Materialien und der Ausstattung her einzigartig. Jede Spa-Suite bietet einen großartigen Meerblick. Dazu hohe Decken und überall Marmor.

Zwei Dinge fallen mir auf, die hier anders sind als anderswo: Nichts läuft gehetzt ab. Keiner sagt dir, wann, wo und bei wem du zu sein hast. Der Gast äußert, wann er gern kommen möchte. Die Antwort ist immer: sehr gern. Und: Niemand wird mir zugeteilt. Ich darf entscheiden, auch kurzfristig, von wem ich behandelt werden möchte. Bei „meiner“ balinesischen Masseurin fühle ich mich tatsächlich wie auf Bali.

Am nächsten Morgen steht ein Helikopterflug an. Ich habe den Zwölf-Minuten-Trip gebucht. Das reicht völlig, um einen Überblick zu bekommen und ist preislich in Ordnung. Ich fliege über die vor allem aus der Luft beeindruckende künstliche Inselwelt vor der Küste Dubais. Hier wohnt die Geldelite der Welt. Wahrer Luxus: der eigene private Strand.

Neben der bisherigen Palm, einer künstlichen Insel in Form einer Palme: die neue Dubai-Palm in Aufschüttung. Noch größer, noch beeindruckender. Und glaubt man den Gerüchten: Bereits alles ist verkauft – zu Mondpreisen. Wir umfliegen das Hotel im Bau, das derzeit in aller Munde ist: The Royal Atlantis Resort auf Palm Jumeirah.

Eröffnung 2023 - Das architektonisch sehr ungewöhnliche Royal Atlantis soll ein Resort der Superlative werden – ob der Hype gerechtfertigt ist, wird sich zeigen. (Foto: Carsten K. Rath)

Das berühmte Hotel Atlantis The Palm Dubai bekommt damit eine Schwester. Die Eröffnung ist für Anfang 2023 geplant. Ich bin gespannt: Das architektonisch sehr ungewöhnliche Royal Atlantis verspricht ein Resort der Superlative zu werden. Ob der Hype gerechtfertigt ist, werde ich beizeiten in Augenschein nehmen.

Dubai setzt auf Qualitätstourismus

Toleranz und Liberalität werden allgemein angemahnt, aber ich muss fairerweise sagen: Hier wird hospitalitymäßig eine Menge richtig gemacht. Die Pandemie: massiv eingedämmt, die Impfquote: sehr hoch, die Planungsintervalle: wesentlich kürzer als in Deutschland. All das hat dem Tourismus gutgetan.

Für die ersten Monate dieses Jahres kamen mehr als sieben Millionen Übernachtungsgäste, ein Plus von 180 Prozent gegenüber 2021. Bei der Auslastungsquote der etwa 800 Hotels in Dubai werden deutsche Hoteliers neidisch: sagenhafte 74 Prozent, und das so kurz nach der Coronakrise.

Infinity Pool - Vom Daybed ins unendliche Wasser. (Foto: Mandarin Oriental)

Abends freue ich mich auf das Dinner im Tasca (portugiesisch für Taverne), das jüngst mit einem Michelin-Stern (seit 2022 gibt es eine eigene Dubai-Ausgabe) ausgezeichnete Hotel-Restaurant des Portugiesen José Avillez. Ich merke schnell: Die Speisekarte des Tasca bietet ausschließlich portugiesische Aromen mit einem modernen Twist und strotzt bei aller Schlichtheit in der Anrichte vor Charakter und Geschmack.

Avillez, der in Portugal lebt, erzählt mir leidenschaftlich von seinem Hauptziel: die portugiesische Gastronomie zu fördern und beizutragen, Portugal zu einem gastronomischen Topziel zu machen.

Kurz vor der Abreise mit der Hotellimousine Richtung Flughafen lese ich: In Dubai, der Metropole, in der es eigentlich nichts gibt, was es nicht gibt, findet sich tatsächlich ein eigenes Ministerium für Glück und Wohlergehen – mit einer sogenannten Glücksagenda.

Dubais Skyline - In der Mitte mit dem Burj Khalifa das höchste Gebäude der Welt. (Foto: Mandarin Oriental)

Ich denke an die Stille, die Weite und das Licht vor allem während meiner Tour durch die Wüste, auch eine unbedingte Empfehlung, und bin dankbar: Meine persönliche Glücksagenda ist erst einmal randvoll aufgefüllt von diesen Dubai-Tagen im 1001-Nacht-Modus und den magischen Stunden voller Schönheit mitten in der Wüste.

Raths Reiserating:

1.Ausdrückliche Reisewarnung
2.Besser als unter der Brücke
3.SO LALA, NICHT OH, LÀ, LÀ
4.Meckern auf hohem Niveau
5.Wenn’s nur immer so wäre
6.Ganz großes Kino

Insidertipps Bangkok

Joggingstrecke: Tolle Aussichten plus grandiose Sonnenuntergänge bietet die elf Kilometer lange Laufstrecke auf der künstlichen Insel Palm Jumeirah, inklusive Umrundung der Spitze der Palmeninsel. Alternativ: eine Vierkilometerstrecke entlang des Palmenstamms.

Museum of the Future: die neueste spektakuläre Attraktion in einem grandiosen futuristischen Gebäude

Crossroad of Civilizations Museum: interkulturelles Museum mit der ersten Dauer-Holocaust-Ausstellung („We remember“) auf der arabischen Halbinsel

Burj Khalifa: Weltweit höchstes Gebäude (828 Meter) und Restaurant der Welt. Spektakulär: die höchste Aussichtsplattform der Welt im 148. Stock. Tipp gegen langes Warten: Tickets vorab online reservieren. Kurios: Wer mal dringend einen Goldbarren benötigt, hier steht tatsächlich ein Gold-to go-Automat.

Dubai Fountains: Die größten Wasserfontänen der Welt. Eine Wasser- und Light-Show in der Größe von zwei Fußballfeldern, jeden Abend ab 18 Uhr, alle 30 Minuten, mit über 1000 Fontänen, mehr als 6600 Lichtquellen und arabischer Musik.

Wüstensafari: Wer einmal eine Nacht in der Wüste verbracht hat, vergisst deren Schönheit nie mehr.

Mandarin Oriental Jumeira, Dubai - Lobby Daylight (Foto: Mandarin Oriental)

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Unterwegs in der Millionenmetropole Bangkok und im weltbesten Wellness-Retreat, dem asiatischen Pendant zum Lanserhof https://www.travelgrand.ch/blog/8749-capella-bangkok-chiva-som-hua-hin/ Mon, 14 Nov 2022 16:24:13 +0000 https://www.travelgrand.ch/?p=8749
Capella Bangkok - Das Haus wurde 2020 eröffnet – auf dem Höhepunkt der Coronapandemie. (Foto: Capella Hotels)

Ich bin in Bangkok. Gläserne Wolkenkratzer sowie jahrhundertealte Tempel prägen die Kulisse. Mein Hotel der nächsten Tage ist das Capella Bangkok am Ostufer des Chao Phraya. Später besuche ich das Chiva-Som in Hua Hin, rund drei Autostunden von der Metropole entfernt.

Das Capella Bangkok ist eines der weltweit wenigen Luxushotels der kleinen feinen Capella Hotels and Resorts Group, die CEO Nicholas Clayton zur Weltspitze brachte. Capella ist übrigens der sechsthellste Stern am Nachthimmel. Hier in Bangkok strahlt das Hotel seit Ende 2020, eröffnet auf dem Höhepunkt der Coronapandemie. Eines der besten Hotels Europas, der Breidenbacher Hof in Düsseldorf, gehörte bis vor Kurzem auch zu dem sechsten Stern.

Capella Bangkok: Kokon der Ruhe

Kaum habe ich eingecheckt, umgibt mich mitten in der geschäftigen Stadt Bangkok ein Kokon der Ruhe. Der allgegenwärtige Blick auf den majestätischen Fluss Chao Phraya fasziniert mich vom ersten Augenblick an. Ich erlebe erstklassigen und vor allem warmherzigen Service. Von der Concierge-Crew, die die Gäste am Eingang begrüßt, bis hin zum Check-in-Team ist jeder hier außergewöhnlich einladend, zuvorkommend – und dazu auch noch angenehm selbstbewusst. Direktor John Blanco gibt hier den Stil vor.

Das Capella führte den Resort-Stil in einem eigentlichen City-Hotel in Bangkok ein, mit einer besonderen Form von Luxus: anspruchsvoll, elegant und doch unbekümmert. Hinzu kommt das intime und irgendwie stets gemütliche Ambiente – ich fühle mich wie in einem luxuriösen Wohnzimmer.

Ich wohne in einer der sieben privaten Villen am Flussufer, eine Besonderheit in Bangkok. Auf dem Weg fallen mir die auf Hochglanz polierten Marmorböden und die glitzernden Deckenleuchten aus Chrom und Kristall auf. Dazu an jeder Ecke Möbel mit edlen Stoffen und asiatischen Antiquitäten.

Living Room im Capella - Die Gruppe hat den Resort-Stil in einem eigentlichen City-Hotel in Bangkok eingeführt. (Foto: Capella Group)

In meiner geräumigen Riverside-Villa mit einem wohltuenden Design aus Grau- und Beigetönen begeistert mich wieder die malerische Aussicht auf den Fluss. Und mein eigener privater Garten mit Pool und Tagesbett direkt am Wasser. Das mit Travertin-Marmor ausgestattete Badezimmer ist sonnendurchflutet und fühlt sich mit der begehbaren Regendusche und großer Badewanne wie ein Mini-Spa an.

Ich sitze im rustikal-schicken Speisesaal des „Côte by Mauro Colagreco“. Der argentinische Koch aus dem mit drei Michelin-Sternen prämierten „Mirazur“ in Nizza hat seine mediterranen Aromengerichte in die thailändische Umgebung transferiert. Ich erfreue mich an seinen farbenfrohen, mit Blumen gesprenkelten Tellern mit erstklassigen Meeresfrüchten. Abends dann: authentisch romantisches Dinner am Flussufer im thailändischen Restaurant „Phra Nakhon“. Mir schmecken die lokalen Familienrezepte mit raffinierter Schärfe.

Riverside-Villa - Design aus Grau- und Beigetönen mit Aussicht auf den Fluss. (Foto: Capella Hotels)

Das Frühstück umfasst ein kleines Büfett mit hausgemachtem Gebäck, Obst und asiatischen Spezialitäten sowie ein auf Bestellung à la Minute zubereitetes Breakfast-Menü. Vor allem die Ricotta-Pfannkuchen mit gerösteten Strauchtomaten werden mir lange in Erinnerung bleiben. Genauso übrigens wie der Hightea – besser als in jedem traditionsreichen Londoner Grandhotel.

Nachts liege ich draußen im Garten, schaue auf die glitzernde Skyline von Bangkok und denke: Das Capella ist die wirklich perfekte urbane Oase, immer inspiriert von der Seele des sprühenden Bangkoker Lebens, hier am majestätischen Fluss.

Raths Reiserating:

1.Ausdrückliche Reisewarnung
2.Besser als unter der Brücke
3.SO LALA, NICHT OH, LÀ, LÀ
4.Meckern auf hohem Niveau
5.Wenn’s nur immer so wäre
6.Ganz großes Kino

Insidertipps Bangkok

Joggingstrecke: Am besten früh morgens im Lumphini Park laufen, auf einem 2,5 Kilometer langen Pfad vorbei an Seen, in denen sich die umliegenden Wolkenkratzer spiegeln.

Sehenswürdigkeit: Der größte Tempel der Welt, die riesige symmetrische Tempelanlage des Wat Phra Dhammakaya – die goldene Kuppel besteht aus 300.000 kleinen Buddha-Statuen.

Fahrradfahren: Am besten auf der Flussinsel Bang Krachao, die fast nur aus Wald und Dschungel besteht: Bangkoks „grüne Lunge“. Radeln auf gut asphaltierten, ruhigen Wegen. Ein herrliches Naturerlebnis.

Chiva-Som: Oase des Lebens in Hua Hin

Ich bin mit dem Auto unterwegs nach Hua Hin, von Bangkok in rund drei Stunden zu erreichen. Mein Ziel: das Chiva-Som, bekannt als eines der besten Gesundheits- und Wellness-Refugien der Welt. Chiva-Som stammt aus der altindischen Sprache Sanskrit und bedeutet so viel wie: Oase oder Hafen des Lebens. Seit mehr als 25 Jahren werden hier im Resort westliche Heilmethoden erfolgreich mit östlicher Philosophie kombiniert.

Einst war Chiva-Som mit seinen heute 54 Zimmern, Suiten und Pavillons und seinen zukunftsweisenden Programmen das erste asiatische Wellness-Retreat. 1993 riss der Gründer, Boonchu Rojanastien, sein Ferienhaus am Strand von Hua Hin ab, um einen Zufluchtsort zu bauen, den mehr Menschen als nur er genießen können sollten. Das erste Resort wurde offiziell im April 1995 eröffnet.

Ursprünglich als Rückzugsort am Wochenende von der Hektik der Stadt Bangkok gedacht, lud er fortan Familie und Freunde ein, die sich hier entspannten und gesundes Essen zu sich nahmen, bevor sie erholt zur Arbeit zurückkehrten. Sein Lebensmotto formulierte er sehr klar: „Vor allem genieße dein Leben.“

Auf ihn also geht die heutige Philosophie zurück: Anstrengung mit Freude zu kombinieren und gesunde, lebensverändernde Gewohnheiten anzunehmen. Seine Großzügigkeit weitete sich bald auf einen größeren Kreis von Gleichgesinnten aus. Das Chiva-Som entstand.

Pool am Meer - Das Chiva-Som ist von einem 2,8 Hektar großen tropischen Garten umgeben. (Foto: Chiva-Som)

Ich bin nach dem Transfer aus Bangkok in meinem Refugium angekommen, direkt am Meer in einem 2,8 Hektar großen tropischen Garten. Der etwa acht Kilometer lange Strand von Hua Hin, ich nehme es vorweg, ist für mich einer der schönsten Strände des thailändischen Festlands. Der Sand ist fein, weich und sehr weiß. Stundenlang kann man hier spazieren, ohne einen Menschen zu treffen.

Nun also: Ich bin bereit für meine Neubelebung von Körper, Geist und Seele. Kaum habe ich das Resort betreten, steht ein wichtiger Termin an. In ihm wird ein persönlich auf mich zugeschnittenes Programm, das meine gesunde Lebensweise fördern und meine Lebensqualität fundamental verbessern soll, abgesprochen und geplant.

Chiva-Som: Tropische Oase des Lebens

Schnell lerne ich: Das Chiva-Som setzt auch auf Digital-Detox. In den öffentlichen Bereichen sind Handys und Kameras nicht erwünscht. Mein Erlebnis beginnt mit der Auswahl meines Retreats, das durch täglich wechselnde Aktivitäten und Behandlungen in den folgenden Tagen weiter entwickelt wird. Was passt am besten zu meinen Interessen und Gewohnheiten? Es gilt, meinen ganz eigenen Weg zu persönlichen Zielen oder zur Gesundheitsoptimierungen zu finden. Ein Retreat im Chiva-Som soll im Idealfall „der Beginn einer Wellness-Reise voller Konzentration, Lernen, Leistung und Selbstfindung“ sein, erklärt mir mein Therapeut.

Mein Zimmer ist großartig, eher eine Art thailändischer Pavillon, mit Terrasse und eigenem Ruheraum, mit großen Fenstern Richtung Resort-Dschungelgarten, dessen wohltuende Ruhe und tiefe Energie ich lange nicht vergessen werde. Die gesamte Einrichtung ist warm, wertig und komplett aus natürlichen Materialien hergestellt.

Kunstvoll angerichtet - Selbst die Diät-Kost ist im Chiva-Som äußerst ansehnlich. (Foto: Chiva-Som)

Die Chiva-Som-Philosophie gilt auch – und besonders – für die Ernährung. Gesundes, nahrhaftes und gleichsam sehr leckeres Essen kennen zu lernen ist ein wichtiges Ziel. Ich nehme interessiert und offen an Schulungen zur Ernährung teil. Der Ansatz: Ich soll (und will) das Niveau des Wohlbefindens, das ich im Resort mit jeder Stunde mehr erreiche, aufrechterhalten und für mein weiteres Leben abspeichern.

Die ganzheitliche Herangehensweise und die Entscheidungsfreiheit unterscheidet dieses Resort von anderen. Nichts wird aufgezwungen. Wer abends Wein trinken möchte, bekommt selbstverständlich welchen. Wer Kaffee braucht am Morgen, kein Problem.

Indoor-Pool - Das Haus setzt auch auf Digital Detox: In den öffentlichen Bereichen sind Handys und Kameras nicht erwünscht. (Foto: Chiva-Som)

Mir gefällt das sehr. Gängeleien und Oberlehreransagen sind hier tabu. Kein klassischer Verzicht. Man setzt auf Erkenntnis, Eigenverantwortung, eine Grunddisziplin. Jeder kann, keiner muss! Auch wenn ich normalerweise nicht der Typ für umfangreiche Fitnesstests und Ernährungsberatungen bin, so ist das Energieprogramm hier zweifellos wohltuend und förderlich.

Ich nehme an einer Vielzahl von therapeutischen Treatments teil, unter anderem auch an so scheinbar exotischen Anwendungen wie Chakren-Balancing und japanischer Reiki-Therapie, die Ströme im Körper neu ausrichtet. Ich fühle, wie die sanften Berührungen und die gesamte Energie hier meine Nerven spürbar beruhigen.

Die absolute Ruhe und ansteckende Gelassenheit in den vergangenen Tagen hat auch mich runter- und zu mir kommen lassen. Erfreulicher Nebeneffekt: Meine Waage zeigt am Ende minus drei Kilo – nicht schlecht für eine knappe Woche.

Raths Reiserating:

1.Ausdrückliche Reisewarnung
2.Besser als unter der Brücke
3.SO LALA, NICHT OH, LÀ, LÀ
4.Meckern auf hohem Niveau
5.Wenn’s nur immer so wäre
6.Ganz großes (Wellness-) Kino 

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Das Emirates Palace Abu Dhabi https://www.travelgrand.ch/blog/8721-emirates-palace-abu-dhabi/ Mon, 07 Nov 2022 12:35:48 +0000 https://www.travelgrand.ch/?p=8721

Der märchenhafteste Palast des Morgenlandes ist größer als der Buckingham Palace und bietet einen Luxustrip in 1001 Nacht

Carsten K. Rath vor dem Emirates Palace (Foto: Carsten K. Rath)

Meine Reise in den Nahen Osten beginnt in der Emirates Lounge in München. Der erste Service-Check. 30 verschiedene relevante Magazine, wie Handelsblatt, Manager-Magazin, Wirtschaftswoche, zwei Champagner, dazu Weissburgunder, Riesling und ein roter Italiener zur Auswahl. Fünf verschiedene – a la minute zubereitete – Speisen: von leckeren Maultäschle bis zu Gulasch mit Spätzle. Die Dessertauswahl ist gourmetwürdig. Ich bin häufig zu Gast in den Lufthansa-Lounges: beide Fluglinien agieren im selben Bereich, beide haben ähnliche Ticketpreise. Wenn ich die Wahl habe, entscheide ich mich klar für Emirates.

Ich reise diesmal das erste Mal mit Unterstützung eines Travel-Concierge. Reisen in den Orient haben spezielle Tücken und Anforderungen, so dass Domenica von One Luxury die Reise intensivst geplant hat und mir nun von der Abreise bis zu Ankunft 24/7 zur Seite steht.

Schon beim Checkin ist ihre Hilfe wertvoll. Ich habe Übergepäck und soll erheblich aufzahlen. Eine Nachricht reicht und das Problem hat sich in Luft aufgelöst. Später im Verlauf der Reise werde ich meinen Reisepass verlieren (eigentlich ein Albtraum) – auch dieses Problem lässt Domenica verschwinden.

Mein Ziel diesmal: Abu Dhabi – auf deutsch heißt das soviel wie „Vater der Gazelle“ – die Hauptstadt der Vereinigten Emirate.

Schon im Anflug fällt mir auf: bestimmt 90% der Fläche bestehen aus Sand.

Das Emirat der Sandwüste steht – wie die gesamten Vereinigten Emirate – für unfassbaren Reichtum und monumentale Bauprojekte.

Mein Hotel ist das sagenumwobene Emirates Palace Abu Dhabi, 2006 eröffnet, 3 Milliarden (!) Euro teuer, 2000 Angestellte aus 50 Ländern – unter dem erfahrenen Generalmanager Michael Koth seit einigen Jahren ein erfolgreiches Mandarin Oriental. Michael hat die spannende Aufgabe das ehemalige Kempinski-Haus nun in neue Dimensionen zu führen.

Ich betrete die riesige, nein, die monumentale (das Wort passt hier perfekt) Empfangshalle und fühle mich augenblicklich wie ein Sultan in seinem Palast. Überall, wirklich überall: Gold. Ich erfahre später, dass mehr als 6000 Quadratmeter hier mit  22-karätigem Blattgold bedeckt sind. Selbst mein „Zimmerschlüssel“ sieht aus wie eine wertvolle Goldmünze.

Einer der prachtvollen Emirates-Pools (Foto: Carsten K. Rath)

Der prunkvolle Emirates-Palast ist eines der größten Luxus-Hotels der Welt – und eines der teuersten, das jemals gebaut wurde. Der immense Gebäudekomplex hat einen Umfang von 2,5 Kilometern – allein der mehr als imposante Torbogen am Hoteleingang stellt mit 40 Metern Höhe das Brandenburger Tor in den Schatten.

Wertvollste Stoffe allerorten (Foto: Carsten K. Rath)

Die prunkvolle Fassade und 114 Echtgold-verzierte Kuppeln funkeln in der Sonne des Orients.

Das Emirates Palace: ein Hotel wie ein Sultanspalast

Auf dem Weg zu meiner Suite fällt mir auf: überall im Haus duftet es nach Rosen (alle drei Tage werden mehr als 10.000 frisch dekoriert). Später höre ich: über 1000 Kristalllüster hängen in den Räumen. Das Interieur mit – neben Gold – Unmengen Marmor und Edelhölzern ist wahrhaft majestätisch.

Luxus wohin man schaut: das Emirates Palace (Foto: Carsten K. Rath)

Das Emirates Palace liegt eingebettet in eine ca. 100 Hektar große Gartenanlage, die unmittelbar an den 1,3 km langen, privaten Sandstrand anschließt.

Begrüßungs-Obst a la Emirates (Foto: Carsten K. Rath)

Nach dem langen Flug begebe ich mich in die Spa im Hotelgarten. Der maurische Stil gefällt mir sehr. Hier, wie überall in dem riesigen Park finde ich in den nächsten Tagen stets meine eigene kleine Ruhe-Oase unter einer der mächtigen Palmen. Die für die Größe des Hotels recht geringe Gästezimmer-Zahl macht es möglich.

Abu Dhabi: im Reich der Superlative

Abends erkunde ich das gastronomische Mega-Angebot des Emirates Palace – von traditionell arabisch ausgerichteten Restaurants bis hin zu trendiger internationaler Fusion-Küche ist alles vorhanden.

Im Martabaan kann man die indische Küche von ihrer facettenreichsten Seite kennenlernen. Ich bin begeistert über die Vielfalt und Kreativität und freue mich jetzt noch mehr auf meinen Indien-Trip in wenigen Wochen.

Besonders angetan hat es mir das Hakkasan mit seiner modernen und sehr authentischen chinesischen und asiatischen Küche, die ich aus dem Stammhaus in London am Hanway-Place kenne.

Kunstvolle farbenfrohe Hakkasan-Küche (beide Fotos: Carsten K. Rath)

Ich sitze in einer Art Holzkäfig, der mit blauem Glas illuminiert und von einem Edelstahlrahmen umgeben ist. Das aufregende Ethno-Design auf einer unglaublichen Fläche von 16.000 Quadratmetern, die inspirierenden Soundtracks und die kantonesischen Aromen werde ich vermissen.

Ethno-Küche deluxe: das Hakkasan-Restaurant (Foto: Mandarin Oriental)

Neben dem Martabaan und dem Hakkasan gibt es weitere 9 (!) Restaurants.

Die Sea-View-Suite im Emirates Palace (Foto: Mandarin Oriental)

Alle 302 Zimmer und 92 Suiten des Emirates Palace verfügen über Terrasse oder Balkon – zum Service gehört ein omnipräsenter 24-Stunden-Butlerservice.

Im Rausch des Orients: Abu Dhabi und das Emirates Palace

Meine Suite bietet spektakulären Komfort: die prachtvolle Lounge mit Kronleuchtern, überall bestickte Seidenstoffe und feinster Marmor und ein Luxus-Badezimmer mit Whirlpool-Funktion in der XXL-Marmorwanne. Von meinem Balkon habe ich einen spektakulären 180-Grad-Panoramablick auf’s Meer.

Der Garten-Eingang im Emirates Palace (Foto: Carsten K. Rath)

Was mich in diesen Tagen im Emirates wirklich beeindruckt: jedes noch so kleine Detail ist darauf abgestimmt, mir hier im Haus eine irgendwie perfekte Zeit zu bereiten – jeder Wunsch wird mir von den Lippen abgelesen.

Übrigens: bei all den Superlativen und dem besonderen Level dieses Hauses lässt sich mit cleverer Online-Recherche und außerhalb der Hauptsaison ein noch relativ günstiger Zimmerpreis finden.

Emirates Palace: goldbestäubter Cappuccino und Goldautomaten

Ich fahre in die derzeitige Hauptattraktion von Abu Dhabi, ins Louvre. Ja, genau: das Louvre Abu Dhabi – seit 2017 die erste offizielle Dependance des berühmten Pariser Museums. Die ständige Ausstellung hier umfasst mehr als 600 Kunstwerke in 23 verschiedenen Galerien. Dazu: 300 Meisterwerke, die von französischen Institutionen ausgeliehen sind. Ich bin fasziniert von dieser Orient-Louvre-Version und schlendere vorbei an Werken von Monet, Van Gogh, da Vinci und Matisse.

Der Louvre Abu Dhabi (Foto: Carsten K. Rath)

Guggenheim baut übrigens auch bereits an einem Ableger in Abu Dhabi.

Abu Dhabi ist eine schillernde märchenhafte Stadt inmitten der immer weiter aufstrebenden arabischen Welt. Dieser Ausflug in 1001 Nacht hat mich berauscht und sinnlich aufgeladen.

Vor allem das Emirates Palace ist wahrhaft imposant – und imponierend.

Wann schläft man schon mal in einem Hotel, in dem gefühlt tatsächlich alles Gold ist, was glänzt – und das selbst zu den größten Sehenswürdigkeiten des Landes gehört?

Raths Reiserating:

1.Ausdrückliche Reisewarnung
2.Besser als unter der Brücke
3.SO LALA, NICHT OH, LÀ, LÀ
4.Meckern auf hohem Niveau
5.Wenn’s nur immer so wäre
6.Ganz großes Kino 

Insidertipps:

Rundflug: Abu Dhabis ungewöhnliche Topografie, die historischen Stätten und die beeindruckende Architektur von oben mit einem Wasserflugzeug entdecken.

Wüstentrip: Rub’ al Khali, auf deutsch “das leere Viertel“, so wird die eindrucksvolle Wüstenlandschaft mit Dünen und Salzseen außerhalb von Abu Dhabi genannt, die man unbedingt gesehen haben muss. Die schier endlose Sandwüste – mit mehr als 255.000 Quadratmeilen die größte der Welt – gilt als einer der am wenigsten erforschten Orte der Erde. Die Liwa-Oase ist besonders sehenswert. Empfehlung: ein Quad buchen und durch die Wüste cruisen.

Bar: Die exklusive La Cava Weinbar liegt unter dem Hotel Rosewood auf der Insel Al Maryah. Eine Wendeltreppe führt zu der stilvollen Bar mit über 1000 der teuersten Weine in den VAE.

Ausflug: Wer sich für die Formel 1 interessiert, sollte die modernste Rennstrecke der Welt besuchen. Die 2-stündige Führung über den Yas Marina Circuit Abu Dhabi führt hinter die Kulissen der Formel 1 und an Orte, die sonst nur Rennfahrern und Teams zugänglich sind.

Ausflug 2: Im riesigen Ferrari Themenpark Abu Dhabi lässt sich die Faszination Rennsport mit seiner Geschichte und rasanten Entwicklung perfekt entdecken. Spektakulär: die schnellste Achterbahn der Welt und aufwändige interaktive Ausstellungen.

Sehenswürdigkeit: die Sheikh-Zayed-Grand-Moschee mit über 1000 kunstvollen Säulen, 82 Kuppeln und dem größten Teppich der Welt – er wiegt 35 Tonnen und wurde von 1200 Kunsthandwerkerinnen im Iran gefertigt.

Sehenswürdigkeit 2: der prunkvolle goldverzierte Präsidentenpalast Qasr al Watan, der Sitz des Kabinetts, steht Besuchern offen.

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